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Der Tod bin ich
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Ein verträumter Gutsverwalter in Bayern, der durch einen skrupellosen Mord aus seiner beschaulichen Idylle gerissen wird. Ein junger Kernphysiker, der sich im Intrigenspiel des Kalten Krieges verfängt. Eine Formel, die möglicherweise die gesamte Menschheit gefährdet. Ein Notizbuch, dem das legendäre Zitat Robert Oppenheimers - »Der Tod bin ich, Erschütterer der Welten« - vorangestellt ist. Drei ehemalige Agenten der Supermächte, die sich auf eine letzte Mission begeben.Ein dramatischer Thriller über die explosive Verbindung von Forschung und Macht, akademische Konkurrenz und geheimdienstliche Konspiration, die letzten Fragen der theoretischen Physik und die ethische Verantwortung der Wissenschaft.Düsteres Welttheater Ein Mann, altmodisch, aber fein gekleidet, fährt auf einem Rad durch die beschauliche Ländlichkeit Bayerns: Sommer, See, Wiesen, Felder, Bier. Es ist vielleicht ein Seitenhieb, den sich der Autor Max Bronski mit seinen Beschreibungen einer provinziellen Idylle auf den ersten Seiten seines neuen Buches „Der Tod bin ich“ leistet. Ein Seitenhieb auf die Flut an Regionalkrimis, die seit geraumer Zeit durch Deutschland schwappt und die häufig in ihrer Provinzialität verhaften bleibt. Und ein selbstironischer Seitenhieb gegen sich selbst. Schließlich ist Bronski bis dato mit vier Kriminalromanen bekannt geworden, in denen er seinen Ermittler Wilhelm Gossec durch die Abgründe Münchens schickte. Diesmal aber will Bronski höher hinaus. Davon künden die Zitate der berühmten Physiker Johannes Kepler, Werner Heisenberg und Erwin Schrödinger, die den Thriller einleiten. „Erschütterer der Welten“ Bereits auf den ersten Seiten beweist Bronski, dass er ein famoser Stilist ist. Denn durch die reportageartige Sprache kündigt er gekonnt das Unheil an, das schließlich folgt und das die Idylle in ein düsteres Welttheater à la Shakespeare verwandeln wird. Der Radfahrer sucht eine Jagdhütte auf und erschießt dort den Hausherrn, dem der Mörder – bevor schließlich der Tod eintritt – noch den Satz „Der Tod bin ich, Erschütterer der Welten“ ins Ohr flüstert. Der Satz geht auf ein Zitat des US-Physikers Robert Oppenheimer zurück, der bekanntlich als „Vater der Atombombe“ gilt. Hier soll also eine Welt erschüttert werden. Und das gelingt Bronski im Laufe seines ersten Thrillers wirklich meisterlich. Es stellt sich heraus, dass der Ermordete Offenhain hieß und ein begnadeter Physiker war, der an der physikalischen Weltformel forschte. „Es genügt nicht, die Naturkräfte in sich zu verstehen, es kommt darauf an nachzuvollziehen, auf welche Weise sie aus der Brechung jener großen Symmetrie hervorgegangen sind.“ Als junger Mann, im Jahr 1957, war dieser Physiker aus der DDR in den Westen geflohen. Dort wird er vom US-Geheimdienst CIA und vom sowjetischen KGB als Agent angeworben. Offenhain ist talentiert und gewitzt, spielt Agenten und Geheimdienste gegeneinander aus und auch seine Physikerkollegen. Ein Spionagethriller à la John le Carré Bronski erzählt seine Geschichte auf drei zeitlichen Ebenen: 2006 passiert der Mord und ein Icherzähler mit dem seltsamen Namen Tino Senonen, dem der Physiker seine Aufzeichnungen hinterlassen hat, beginnt, in dem Mordfall zu ermitteln. Im Jahr 1957 breitet Bronski die Geschichte des jungen Physikers aus. Und im Jahr 1965 landet der Leser mitten im Kalten Krieg und seinen machtpolitischen Verstrickungen und Verschwörungen, in die die konkurrierenden Physiker eingebunden sind. Bronski nutzt sein umfangreiches Wissen zur Kern- und Quantenphysik sowie zur mathematischen Grundierung von Musik dazu, die Ordnung der Welt und ihre moralischen Regeln zu hinterfragen. Dem Münchner Schriftsteller gelingt so eine spannende, tiefgründige Hommage an Spionagethriller und Agentenbücher eines John le Carré oder Graham Greene, die mit ihren fein ausgearbeiteten Charakteren und einer gestochen scharfen Sprache elegant auf der Trennlinie zwischen Ironie und Ernst tänzelt. Der Ausbruch aus der Münchner Provinzialität ist dem Autoren Bronski, dessen wahre Identität nicht bekannt ist, so nicht nur fulminant gelungen – er hat ihm sehr gut getan. Bronski hat das Welttheater mit „Der Tod bin ich“ zu seiner Bühne gemacht und gezeigt, dass deutsche Thriller nicht nur provinzielle Possen sein müssen.

Anbieter: buecher
Stand: 26.05.2020
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Der Tod bin ich
17,50 € *
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Ein verträumter Gutsverwalter in Bayern, der durch einen skrupellosen Mord aus seiner beschaulichen Idylle gerissen wird. Ein junger Kernphysiker, der sich im Intrigenspiel des Kalten Krieges verfängt. Eine Formel, die möglicherweise die gesamte Menschheit gefährdet. Ein Notizbuch, dem das legendäre Zitat Robert Oppenheimers - »Der Tod bin ich, Erschütterer der Welten« - vorangestellt ist. Drei ehemalige Agenten der Supermächte, die sich auf eine letzte Mission begeben.Ein dramatischer Thriller über die explosive Verbindung von Forschung und Macht, akademische Konkurrenz und geheimdienstliche Konspiration, die letzten Fragen der theoretischen Physik und die ethische Verantwortung der Wissenschaft.Düsteres Welttheater Ein Mann, altmodisch, aber fein gekleidet, fährt auf einem Rad durch die beschauliche Ländlichkeit Bayerns: Sommer, See, Wiesen, Felder, Bier. Es ist vielleicht ein Seitenhieb, den sich der Autor Max Bronski mit seinen Beschreibungen einer provinziellen Idylle auf den ersten Seiten seines neuen Buches „Der Tod bin ich“ leistet. Ein Seitenhieb auf die Flut an Regionalkrimis, die seit geraumer Zeit durch Deutschland schwappt und die häufig in ihrer Provinzialität verhaften bleibt. Und ein selbstironischer Seitenhieb gegen sich selbst. Schließlich ist Bronski bis dato mit vier Kriminalromanen bekannt geworden, in denen er seinen Ermittler Wilhelm Gossec durch die Abgründe Münchens schickte. Diesmal aber will Bronski höher hinaus. Davon künden die Zitate der berühmten Physiker Johannes Kepler, Werner Heisenberg und Erwin Schrödinger, die den Thriller einleiten. „Erschütterer der Welten“ Bereits auf den ersten Seiten beweist Bronski, dass er ein famoser Stilist ist. Denn durch die reportageartige Sprache kündigt er gekonnt das Unheil an, das schließlich folgt und das die Idylle in ein düsteres Welttheater à la Shakespeare verwandeln wird. Der Radfahrer sucht eine Jagdhütte auf und erschießt dort den Hausherrn, dem der Mörder – bevor schließlich der Tod eintritt – noch den Satz „Der Tod bin ich, Erschütterer der Welten“ ins Ohr flüstert. Der Satz geht auf ein Zitat des US-Physikers Robert Oppenheimer zurück, der bekanntlich als „Vater der Atombombe“ gilt. Hier soll also eine Welt erschüttert werden. Und das gelingt Bronski im Laufe seines ersten Thrillers wirklich meisterlich. Es stellt sich heraus, dass der Ermordete Offenhain hieß und ein begnadeter Physiker war, der an der physikalischen Weltformel forschte. „Es genügt nicht, die Naturkräfte in sich zu verstehen, es kommt darauf an nachzuvollziehen, auf welche Weise sie aus der Brechung jener großen Symmetrie hervorgegangen sind.“ Als junger Mann, im Jahr 1957, war dieser Physiker aus der DDR in den Westen geflohen. Dort wird er vom US-Geheimdienst CIA und vom sowjetischen KGB als Agent angeworben. Offenhain ist talentiert und gewitzt, spielt Agenten und Geheimdienste gegeneinander aus und auch seine Physikerkollegen. Ein Spionagethriller à la John le Carré Bronski erzählt seine Geschichte auf drei zeitlichen Ebenen: 2006 passiert der Mord und ein Icherzähler mit dem seltsamen Namen Tino Senonen, dem der Physiker seine Aufzeichnungen hinterlassen hat, beginnt, in dem Mordfall zu ermitteln. Im Jahr 1957 breitet Bronski die Geschichte des jungen Physikers aus. Und im Jahr 1965 landet der Leser mitten im Kalten Krieg und seinen machtpolitischen Verstrickungen und Verschwörungen, in die die konkurrierenden Physiker eingebunden sind. Bronski nutzt sein umfangreiches Wissen zur Kern- und Quantenphysik sowie zur mathematischen Grundierung von Musik dazu, die Ordnung der Welt und ihre moralischen Regeln zu hinterfragen. Dem Münchner Schriftsteller gelingt so eine spannende, tiefgründige Hommage an Spionagethriller und Agentenbücher eines John le Carré oder Graham Greene, die mit ihren fein ausgearbeiteten Charakteren und einer gestochen scharfen Sprache elegant auf der Trennlinie zwischen Ironie und Ernst tänzelt. Der Ausbruch aus der Münchner Provinzialität ist dem Autoren Bronski, dessen wahre Identität nicht bekannt ist, so nicht nur fulminant gelungen – er hat ihm sehr gut getan. Bronski hat das Welttheater mit „Der Tod bin ich“ zu seiner Bühne gemacht und gezeigt, dass deutsche Thriller nicht nur provinzielle Possen sein müssen.

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Stand: 26.05.2020
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Tribute to Ornette
16,35 € *
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A TRIBUTE TO ORNETTE 3er CD BOXJW 079 - DAVE LIEBMAN GROUP | TURNAROUND - THE MUSIC OF ORNETTE COLEMAN .Viel wurde schon geschrieben über das musikalische Erbe von Ornette Coleman, über seinen 'harmelodischen‘ Ansatz und seinen allgemeinen Einfluss. Allein seine frühen Aufnahmen aus den späten 1950er und frühen 1960er Jahren und aus dieser Zeit insbesondere die Doppelquartette von 'Free Jazz' reichen aus, um ihm einen Platz in der Musikgeschichte zu sichern. Wie in jeder großen Musik ist es auch hier der Geist, der am hellsten strahlt. In Ornettes Musik waltet der Geist der Freude, der alles durchdringt und dem es zu verdanken ist, dass alle seine Kunst so sehrlieben. Seine Musik ist Ausdruck einer unbändigen Lebensfreude. Erhebend und traurig, verspielt und todernst zugleich, umfasst sie das gesamte Spektrum der menschlichen Existenz. In tiefem Respekt vor einem wahren Individualisten und Meister seines Metiers hoffe ich, dass Ihnen unsere Ornette-Coleman-Reise gefällt. Dave Liebman .JW 115 - BRÜNING/GRIENER/PETROWSKY/PRINS | ORNETTE ET CETERA .Der gründlichste Weg, ein Vorbild zu verfehlen, besteht darin, es zu imitieren. Hier aber wird die Musik von Ornette umspielt und assoziiert, ergänzt durch eigene Spontankompositionen, niemals nachgeahmt. Aus dem Fundus von Ornette Coleman zu schöpfen bedeutet, aus dem Fundus der Freiheit zu schöpfen. Das Et cetera wird nicht zur Floskel, sondern zum Bestandteil des Wesentlichen:im Übrigen, und so fort, eines fließt aus dem anderen. Musik aus dem Geist von Coleman weist über Ornette hinaus. Seine Kompositionen sind allenfalls Startrampen für die von ihm rhetorisch gestellte Frage "Was spielt man, wenn man das Thema gespielt hat?" Dieses Konzeptionelle Quartett beflügelt sich nicht nur bei dessen Hommage à Ornette, sondern auch und vor allem beim Et cetera. Als 'Union of Sounds' fliegen die Vier durch den Raum, ganz im Sinne von OC, der einmal sagte: "Es ist möglich,unisono zu spielen, auch wenn jeder eine andere Tonart intoniert." Das Quartett folgt seinem Leitbild in der Perfektion des un-perfekten, in der Sinngebung des Zufälligen, in der Intuition, mit der die individuellen Stimmen etwas Gemeinsames gestalten: eine Art mobile Architektur. Auch der Ort, an dem die Aufnahmen zu dieser CD entstanden, lässt neuere Jazzgeschichte aufleuchten. Das Ernst-Ludwig Petrowsky jahrzehntelang vertraute Studio im Komplex des ehemaligen DDR-Rundfunks – eine Insel, eine Klangkapsel inmitten des Verfalls – inspirierte die Aufnahmesessions.In kürzester Zeit wurde das Gültige dem Moment abgetrotzt......... Bert Noglik .JW 154 - ORNETTE COLEMAN | LIVEFree Jazz, eine Kollektivimprovisation von Ornette Coleman, vor Weihnachten 1960 in New York für Atlantic Records aufgenommen, gab einem Neuen Musikstil im Jazz den Namen. Fortan war Ornette Coleman Wegbereiter und Motor dieser Musik und blieb weiterhin stilbildend. Er starb am 11. Juni 2015 mit 85 Jahren... Ulli Blobel .ARTIST:TITLE:JAZZWERKSTATTJW 1603 CD BoxLABEL:ARTICLE No.:MEDIUM:VARIOUS ARTISTSA TRIBUTE TO ORNETTEORNETTE COLEMAN TRIO: Ornette Coleman/David Izenzon/Charles MoffettORNETTE COLEMAN QUARTET: Ornette Coleman/Dewey Redman/Charlie Haden/Ed Blackwell

Anbieter: Dodax
Stand: 26.05.2020
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Musik im Spiel. Sechs Radiotexte
15,80 € *
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Im Umfeld meines 70. Geburtstages wurde wiederholt der Wunsch geäußert, ich solle einige frühere Arbeiten publizieren, die noch nicht gedruckt vorliegen. Da meine ersten literarischen Veröffentlichungen Hörspiele waren, fiel die Wahl auf die funkdramatischen Texte. Während meiner Zeit als Musikredakteur im Berliner Kultur- und Bildungsprogramm Radio DDR II entwickelte sich eine enge Beziehung zur Hörspielabteilung des DDR-Rundfunks. Dadurch wurden die Jahre 1975 bis 1985, in denen die meisten hier abgedruckten Stücke entstanden, meine Lehrjahre als Autor, nicht zuletzt deshalb, weil ich 1979/80 ein Zusatzstudium am Leipziger Literatur-Institut absolvierte. So ist das Bändchen mit Radiotexten eine konkrete Bilanz dieser Lehrzeit und ergänzt die Anthologie „Ein unsichtbares Feuer" (2007, Trafo Berlin), in der „vermischte Texte" aus vier Jahrzehnten vereint sind. Die vorliegende Sammlung enthält fünf Hörspiele und ein Feature. Diese in verschiedenen Epochen spielenden Radiotexte beschäftigen sich mit herausragenden Musikern und deren Beziehung zum jeweiligen Zeitgeschehen. Die Musik war bei meinen literarischen Arbeiten von Anfang an ein bevorzugtes Thema. Das hängt damit zusammen, daß ich mich schon früh für ein Musikstudium und damit für einen Beruf mit musikalischer Ausrichtung entschied. Ich schrieb in der Studienzeit sowie während der Tätigkeit als Orchestermusiker und als Rundfunk-Journalist überwiegend autobiografische Texte. Hierbei strebte ich aber keine Veröffentlichung in der DDR an, weil ich langwierige ideologische Auseinandersetzungen erwartete, die mir unproduktiv oder gar gefährlich erschienen. Deshalb veröffentlichte ich solche Texte zumeist Jahrzehnte später. Doch durch den Kontakt mit Kollegen vom relativ liberalen Hörspiel eröffneten sich mir schon Mitte der 70er Jahre andere Möglichkeiten. Denn ich konnte hier einige der mir wichtigen Anliegen in historischer Gestalt vorbringen, wofür die Musik, mein Fachgebiet, reichlich Gelegenheit bot. So betrat ich 1975 mit dem Mozart-Hörspiel „Ohne das ist keine Kunst" erstmals die offizielle Bühne der Literatur. Nach dem Gegenwarts-Dialog „Die Schwester" von 1977 (in „Ein unsichtbares Feuer") folgten zwei Stücke, in denen es wieder um berühmte Komponisten ging, die Hörspiele „Winterreise" (1978) zu Schubert und „Windstille oder Triumph von Zeit und Wahrheit" (1981) zu Händel. Auch die nächsten Arbeiten für den Hörfunk hatten Bezug zur musikhistorischen Thematik. Das Hörspiel „Ein Bild machen" (1978), ein Stoff zur aktuellen Künstlerproblematik in der DDR, ist zugleich eine Hommage an den Sänger Paul Robeson. Dagegen spielt das Antikriegsstück „Fantastische Sinfonie", frei nach Arnold Zweigs Novelle „Symphonie Fantastique", im Zweiten Weltkrieg, schildert aber in der zweiten Ebene die fantastische Begegnung des fiktiven Helden Harold Breton mit dem großen französischen Komponisten Hector Berlioz.Es könnte der Eindruck entstehen, bei diesen Hörstücken handle es sich um primär musikhistorische Stoffe. Obwohl die Handlung in früheren Jahrhunderten spielt, ging es mir aber immer vorrangig um die Stellung des Künstlers in der Gesellschaft, insbesondere in der DDR-Gesellschaft. Das Thema Musik bildete dabei nur den Rahmen des Geschehens. Im eigentlichen Zentrum stand der Konflikt zwischen Anpassung und Widerständigkeit bei jeder künstlerischen Tätigkeit. Nicht zufällig berühren die hier vorgelegten Hörspieltexte sowohl Fragen der Meinungs- und Handlungsfreiheit als auch solche der sozialen Stellung des jeweiligen Komponisten, zwei Problemfelder, die für mich in unlösbarem Zusammenhang stehen. War, wie bei Schubert oder Mozart, die Meinungsfreiheit weitgehend gewährleistet, überschritt die soziale Situation oft das Maß des Unerträglichen. War die soziale Lage des Künstlers dagegen weitgehend gesichert, wie in der DDR, überschattete das Problem der Gedankenfreiheit alle anderen Lebensbereiche. Dieser Konflikt wird besonders in dem Hörspiel „Ein Bild machen" am Beispiel eines Malers und seines Auftragswerks exemplarisch beleuchtet.Der Bereich der Funkdramatik nahm in der Literaturszene der DDR eine Sonderstellung ein. Weil Hörspiele und Features im allgemeinen relativ geringe Aufmerksamkeit finden, unterlagen sie im östlichen Deutschland auch in geringerem Maß der staatlichen Kontrolle. Im lichtlosen Raum der Funkdramatik konnte vielfach ausgesprochen werden, was in anderen Künsten tabuisiert war oder zumindest bedenklich erschien. Die Grenzen der Bevormundung verliefen anders als in der Belletristik oder beim Film. Experimente waren in Maßen willkommen. Aus diesem Grund sahen sich kritische Autoren dazu verpflichtet, vorhandene Freiräume auszuloten und gegen die gängige Praxis politischer Einflußnahme anzuschreiben.Wie in allen Literaturepochen wurden auch in der DDR-Zeit aktuelle Konflikte in verfremdeter Form vorgeführt. Entsprechend war die Thematik des künstlerischen Erbes in dem untergegangenen deutschen Staat nur bedingt historisches Terrain. Durch die fünf Hörspiele dieser Sammlung zieht sich wie ein roter Faden die Frage, die mich selbst immer wieder beschäftigte: Wie kann es gelingen, daß künstlerische Arbeit öffentlich gefördert wird, ohne dadurch fremder Gängelung ausgesetzt zu sein? Aus meiner Sicht bestand dieses Problem nach der Wende von 1989/90 weiter, lediglich unter anderen Prämissen. Während es in der ersten Euphorie so schien, als herrsche unbegrenzte Meinungsfreiheit, so folgte die Förderung doch häufig ideologischen Aspekten. Schon in den Anfangsjahren des vereinten Deutschland rutschte ostwärts die soziale Sicherheit der Künstler in den Keller. Der Markt schwang mehr oder weniger ungebremst die Keule. Es kehrten Zustände zurück, die deutlich an vorbürgerliche Strukturen erinnerten. Die in meinen Radiotexten spielerisch vorgeführte Situation von Mozart und Schubert wurde wieder erstaunlich aktuell. Einige Zuhörer hielten im Jahr 1992 mein Mozart-Hörspiel von 1975 für eine brandneue Produktion. Auch zwanzig Jahre später bleibt der alte Konflikt weitgehend präsent und harrt einer Lösung.Der lebendige Kreislauf von künstlerischer Produktion und Rezeption braucht, nicht zuletzt im Hörspiel, ein aktives, waches Publikum. Das gilt besonders auch für historische Stoffe. In der DDR wurden beziehungsreiche Anspielungen und aktuelle politische Bezüge von den Hörern stets erwartet, mühelos erkannt und mit stiller oder auch lauter Freude aufgenommen. Dennoch sah ich es zugleich als wesentliche Aufgabe historisch-biografischer Hörspiele, ein Bild zu vermitteln, das ohne ideologische Vorgaben auskam und die vorgestanzte Sprache öffentlicher Verlautbarungen vermied. Ich bemühte mich um Lebensentwürfe, die anders waren als das normierte Menschenbild einer großräumig geplanten sozialistischen Gesellschaft. Selbstverständlich war es auch mein Ziel, von dem jeweils dargestellten Künstler ein fesselndes, fantasievolles Porträt zu entwerfen.In der Funkdramatik der DDR herrschte die sogenannte Entwicklungsdramaturgie vor. Der Autor bot in der Regel ein Exposé an und damit einen Stoff, der gemeinsam mit dem Dramaturgen entwickelt wurde. Dadurch bestand bereits in einem frühen Stadium der Kontakt zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer sowie den Produzenten des Endprodukts. Ein Vorteil dieser Praxis war es, daß echte Teamarbeit entstehen konnte, im günstigen Fall nicht nur zwischen Autor und Dramaturg, sondern auch mit Regisseur, Komponist und wichtigen Darstellern. Die Entwicklungsdramaturgie begünstigte jedoch auch Kontrolle und Kritik, weit über berechtigte Einwände hinaus. Das hohe Maß an direkter Einflußmöglichkeit durch die Leitung der Abteilung Funkdramatik des DDR-Rundfunks und durch übergeordnete Stellen schränkte die unbestreitbaren Vorteile deutlich ein. Bei der beschriebenen Konstellation kam im Funk den Dramaturgen eine wichtige Rolle zu. Sie waren häufig eine Art Anwalt des Autors. Allerdings blieb ihr Spielraum in prinzipiellen Fragen letztlich begrenzt. Ich verdanke Dramaturgen wie Hans Bräunlich oder Elisabeth Panknin wichtige Anregungen und konstruktive Unterstützung. Die Diskussion, ja zuweilen das Streitgespräch waren produktive Elemente bei der Entstehung jedes einzelnen Textes, sei es bei „Ohne das ist keine Kunst", „Winterreise" und „Ein Bild machen" oder bei der Adaption „Fantastische Sinfonie".Die ohnehin intensive Kooperation mit Hans Bräunlich nahm in einem Fall den Charakter einer Ko-Autorschaft an. Bei dem Händel-Hörspiel „Windstille oder Triumph von Zeit und Wahrheit" stagnierte an einem bestimmten Punkt die Arbeit, und es wollte nicht mehr vorwärts gehen. Nach mehreren Anläufen legte ich im Mai 1981 endlich eine Fassung vor, die mir tragfähig erschien. Diese Urfassung kam meinen Vorstellungen sehr nahe, wofür auch der Vergleich mit der Erzählung „Auf Leben und Tod" in meinem Händelbuch spricht. Diese erste Version wurde jedoch von den anderen Beteiligten abgelehnt. Eine Überarbeitung meinerseits hielt man für aussichtslos. So schien es, als müsse der Stoff trotz aller Bemühungen aufgegeben werden. Als einzig gangbare Alternative wurde eine engere Kooperation mit dem Dramaturgen vorgeschlagen, weshalb ich der gleichberechtigten Zusammenarbeit mit Hans Bräunlich als Ko-Autor zustimmte. Daraufhin entstand auf der Basis der erwähnten Urfassung in zähem Ringen im April 1982 das endgültige Manuskript des Hörspiels. Diese Fassung wurde dann von Fritz Göhler inszeniert, u.a. mit den Schauspielern Wolfgang Heinz und Horst Hiemer. Nach erfolgreicher Ursendung wurden dann Bräunlich/Sailer von einer unabhängigen Kritiker-Jury gemeinsam der Hörspielpreis des Jahres 1984 zugesprochen. Der Text der Sendefassung erschien in der Hörspiel-Anthologie „Kein Wort von Einsamkeit" (1984, Henschel Berlin) in gedruckter Form.Bei der Sichtung meiner Manuskripte für das vorliegende Projekt verglich ich die Urfassung mit der realisierten Endfassung und kam dabei, mit dem Abstand von drei Jahrzehnten, zu einem überraschenden Ergebnis. Ich empfand, daß die Urfassung vom Mai 1981 weit mehr meinen Intentionen entsprach als die Sendefassung. Ich sah mich darin bestätigt, daß die erste Version meinen ursprünglichen Vorstellungen am nächsten kam. Deshalb entschied ich mich dafür, dieser Urfassung hier den Vorzug zu geben. Da somit beide Text-Fassungen im Druck vorliegen, kann der interessierte Leser Vergleiche ziehen und sich selbst ein Urteil bilden.Neben Fritz Göhler, unter dessen Regie die meisten der hier vorgestellten Hörspiele realisiert wurden, haben auch einige Komponisten an der Umsetzung der Texte maßgeblichen Anteil. So hat Georg Katzer in „Ohne das ist keine Kunst" Zitate aus Mozarts letzten drei Sinfonien und seinem letzten Divertimento meisterhaft elektronisch behandelt und die Musik damit quasi neu erlebbar gemacht. Friedrich Goldmann schrieb sensible instrumentale Miniaturen für das Hörspiel „Winterreise", wobei er kurze Passagen aus Schuberts Liederzyklus kongenial verarbeitete. Jan Bilk entwarf für das Hörspiel „Fantastische Sinfonie" eine eigene Musikkonzeption. Er erreichte mit Hilfe von elektronischen Mitteln und fantasievoller Improvisation auf dem Synthesizer eine bemerkenswerte Verfremdung des Originals von Berlioz. Natürlich erhielten die Hörspieltexte durch hervorragende Sprecherleistungen ihre entscheidende Prägung. Stellvertretend sei hier der Wiener Schauspieler Hermann Schmid genannt, der die Rollen von Mozart und Schubert eindrucksvoll gestaltet hat.Nach den Hörspielen noch ein Wort zum letzten Text, der formal aus der Reihe fällt. Der Originaltonbericht „Ein Erbe in zwei Händen" ist dem Erneuerer der evangelischen Kirchenmusik Hugo Distler (1908 – 1942) gewidmet. Trotz des Unterschieds zu den fiktionalen Texten beschäftigt sich dieses Hörstück wiederum mit der Rolle des Künstlers in der Gesellschaft. Hauptthema ist hier der Konflikt mit der Nazi-Diktatur. Ich stieß auf die bittere Lebensgeschichte Distlers, als ich einige Zeit in Strausberg nahe Berlin wohnte, wo der Komponist die letzten Jahre gelebt hat. Sein tragisches Ende habe ich später in dem Buch „Hugo Distler in Strausberg" (Trafo 2008) nachgezeichnet. Zu dem dokumentarischen Ansatz kommt in diesem Hörstück eine zweite Schicht, nämlich die unterschiedliche Rezeption von Kunstwerken in beiden deutschen Staaten während der Teilung, vorgeführt am Beispiel von Distlers Schaffen. Für die in der Nachwendezeit besonders aktuellen Themen, den verschiedenen Umgang mit den Werten des gemeinsamen Erbes sowie den Lasten gemeinsamer Geschichte, verbot sich aus meiner Sicht die Form des Hörspiels. Denn Autor wie Hörer waren Anfang der 90er Jahre diesbezüglich selbst Suchende und Fragende. Es fehlte die Souveränität, ja die Legitimierung gegenüber dem Gegenstand. So sah ich im Feature bzw. in der speziellen Variante des Originaltonberichts die am besten geeignete Form für ein behutsames Herantasten, zumal es galt, das Vorgefundene auf keinen Fall leichtfertig zu bewerten. Die Phase des Zusammenwachsens zweier sozialer Systeme ist nach zwei Jahrzehnten noch nicht abgeschlossen. Deshalb wird dieser O-Ton-Bericht wohl auch bis auf weiteres seine Aktualität behalten.Die Funkdramatik lebt von der kreativen Umsetzung. Das abgeschlossene Produkt ist, streng genommen, ein Hörstück und kein Lesestück. Wenn hier quasi der stille Teil, das verbale Gerüst, in Buchform erscheint, dann deshalb, weil in dieser Form die ursprüngliche Absicht des Autors am deutlichsten dargestellt wird. Außerdem kann der gedruckte Text eine neue Umsetzung anregen. Hinzu kommt das persönliche Anliegen, einige der Arbeiten zu dokumentieren, mit denen meine literarische Biografie in der Öffentlichkeit begann. Somit belegt dieses Bändchen mit Radiotexten den Anfang einer literarischen Entwicklung, bei der immer auch „Musik im Spiel" war.

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Stand: 26.05.2020
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"Von Hertzen - möge es wieder zu Hertzen gehen"...
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Ricarda Merbeth aus Chemnitz (Ortsteil Einsiedel). Ein junges Mädchen aus der ehemaligen DDR arbeitet sich langsam, Schritt für Schritt, auf der internationalen Bestenliste der Opernsängerinnen vor. Heute singt sie auf den großen Bühnen der Welt, Wagner, Strauss und Mozart sind die Fixsterne am Merbeth-Himmel.Zwischen den Seiten sehen wir das Kind Ricarda, verträumt, verspielt und innerlich schon durchklungen von Musik. Wir sehen das Mädchen, das 16-jährig das Elternhaus verlässt, sicherlich sorgenvoll von den Gedanken der Eltern begleitet.Qualität setzt sich durch, diese aber ist immer verbunden mit solide gelerntem Handwerk von der Pike auf. Dazu kommt im Bereich der Kunst eine Fähigkeit, die selten ist: Hingabe, die auf Demut gründet. Das Geschenk, eine begnadete Stimme zu bekommen, ist eine Sache. Diese als Rohstoff zu sehen, den man schleifen muss, damit ein Diamant daraus wird, bedeutet Entbehrung, harte Arbeit, Üben und den unbedingten Willen.Eva-Maria Krone zeichnet feinfühlig, mit viel Liebe und wunderschönen Bildern den Weg Ricarda Merbeths nach, die sich der Kunst des Operngesangs verschrieben hat und doch ganz im Sinne Beethovens arbeitet: »Von Hertzen möge es wieder zu Hertzen gehen.« Musik ergreift den Menschen ganz. Den, der sie schafft und den, der sie vernehmen darf. Eine Hommage an die Musik und an eine stille, unbeirrt ihren Weg gehende Künstlerin.

Anbieter: Dodax
Stand: 26.05.2020
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Von Hertzen - möge es wieder zu Hertzen gehen
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Ricarda Merbeth aus Chemnitz (Ortsteil Einsiedel). Ein junges Mädchen aus der ehemaligen DDR arbeitet sich langsam, Schritt für Schritt, auf der internationalen Bestenliste der Opernsängerinnen vor. Heute singt sie auf den grossen Bühnen der Welt, Wagner, Strauss und Mozart sind die Fixsterne am Merbeth-Himmel. Zwischen den Seiten sehen wir das Kind Ricarda, verträumt, verspielt und innerlich schon durchklungen von Musik. Wir sehen das Mädchen, das 16-jährig das Elternhaus verlässt, sicherlich sorgenvoll von den Gedanken der Eltern begleitet. Qualität setzt sich durch, diese aber ist immer verbunden mit solide gelerntem Handwerk von der Pike auf. Dazu kommt im Bereich der Kunst eine Fähigkeit, die selten ist: Hingabe, die auf Demut gründet. Das Geschenk, eine begnadete Stimme zu bekommen, ist eine Sache. Diese als Rohstoff zu sehen, den man schleifen muss, damit ein Diamant daraus wird, bedeutet Entbehrung, harte Arbeit, Üben und den unbedingten Willen. Eva-Maria Krone zeichnet feinfühlig, mit viel Liebe und wunderschönen Bildern den Weg Ricarda Merbeths nach, die sich der Kunst des Operngesangs verschrieben hat und doch ganz im Sinne Beethovens arbeitet: »Von Hertzen – möge es wieder zu Hertzen gehen.« Musik ergreift den Menschen ganz. Den, der sie schafft und den, der sie vernehmen darf. Eine Hommage an die Musik und an eine stille, unbeirrt ihren Weg gehende Künstlerin.

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Stand: 26.05.2020
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Musik im Spiel. Sechs Radiotexte
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Im Umfeld meines 70. Geburtstages wurde wiederholt der Wunsch geäussert, ich solle einige frühere Arbeiten publizieren, die noch nicht gedruckt vorliegen. Da meine ersten literarischen Veröffentlichungen Hörspiele waren, fiel die Wahl auf die funkdramatischen Texte. Während meiner Zeit als Musikredakteur im Berliner Kultur- und Bildungsprogramm Radio DDR II entwickelte sich eine enge Beziehung zur Hörspielabteilung des DDR-Rundfunks. Dadurch wurden die Jahre 1975 bis 1985, in denen die meisten hier abgedruckten Stücke entstanden, meine Lehrjahre als Autor, nicht zuletzt deshalb, weil ich 1979/80 ein Zusatzstudium am Leipziger Literatur-Institut absolvierte. So ist das Bändchen mit Radiotexten eine konkrete Bilanz dieser Lehrzeit und ergänzt die Anthologie „Ein unsichtbares Feuer' (2007, Trafo Berlin), in der „vermischte Texte' aus vier Jahrzehnten vereint sind. Die vorliegende Sammlung enthält fünf Hörspiele und ein Feature. Diese in verschiedenen Epochen spielenden Radiotexte beschäftigen sich mit herausragenden Musikern und deren Beziehung zum jeweiligen Zeitgeschehen. Die Musik war bei meinen literarischen Arbeiten von Anfang an ein bevorzugtes Thema. Das hängt damit zusammen, dass ich mich schon früh für ein Musikstudium und damit für einen Beruf mit musikalischer Ausrichtung entschied. Ich schrieb in der Studienzeit sowie während der Tätigkeit als Orchestermusiker und als Rundfunk-Journalist überwiegend autobiografische Texte. Hierbei strebte ich aber keine Veröffentlichung in der DDR an, weil ich langwierige ideologische Auseinandersetzungen erwartete, die mir unproduktiv oder gar gefährlich erschienen. Deshalb veröffentlichte ich solche Texte zumeist Jahrzehnte später. Doch durch den Kontakt mit Kollegen vom relativ liberalen Hörspiel eröffneten sich mir schon Mitte der 70er Jahre andere Möglichkeiten. Denn ich konnte hier einige der mir wichtigen Anliegen in historischer Gestalt vorbringen, wofür die Musik, mein Fachgebiet, reichlich Gelegenheit bot. So betrat ich 1975 mit dem Mozart-Hörspiel „Ohne das ist keine Kunst' erstmals die offizielle Bühne der Literatur. Nach dem Gegenwarts-Dialog „Die Schwester' von 1977 (in „Ein unsichtbares Feuer') folgten zwei Stücke, in denen es wieder um berühmte Komponisten ging, die Hörspiele „Winterreise' (1978) zu Schubert und „Windstille oder Triumph von Zeit und Wahrheit' (1981) zu Händel. Auch die nächsten Arbeiten für den Hörfunk hatten Bezug zur musikhistorischen Thematik. Das Hörspiel „Ein Bild machen' (1978), ein Stoff zur aktuellen Künstlerproblematik in der DDR, ist zugleich eine Hommage an den Sänger Paul Robeson. Dagegen spielt das Antikriegsstück „Fantastische Sinfonie', frei nach Arnold Zweigs Novelle „Symphonie Fantastique', im Zweiten Weltkrieg, schildert aber in der zweiten Ebene die fantastische Begegnung des fiktiven Helden Harold Breton mit dem grossen französischen Komponisten Hector Berlioz. Es könnte der Eindruck entstehen, bei diesen Hörstücken handle es sich um primär musikhistorische Stoffe. Obwohl die Handlung in früheren Jahrhunderten spielt, ging es mir aber immer vorrangig um die Stellung des Künstlers in der Gesellschaft, insbesondere in der DDR-Gesellschaft. Das Thema Musik bildete dabei nur den Rahmen des Geschehens. Im eigentlichen Zentrum stand der Konflikt zwischen Anpassung und Widerständigkeit bei jeder künstlerischen Tätigkeit. Nicht zufällig berühren die hier vorgelegten Hörspieltexte sowohl Fragen der Meinungs- und Handlungsfreiheit als auch solche der sozialen Stellung des jeweiligen Komponisten, zwei Problemfelder, die für mich in unlösbarem Zusammenhang stehen. War, wie bei Schubert oder Mozart, die Meinungsfreiheit weitgehend gewährleistet, überschritt die soziale Situation oft das Mass des Unerträglichen. War die soziale Lage des Künstlers dagegen weitgehend gesichert, wie in der DDR, überschattete das Problem der Gedankenfreiheit alle anderen Lebensbereiche. Dieser Konflikt wird besonders in dem Hörspiel „Ein Bild machen' am Beispiel eines Malers und seines Auftragswerks exemplarisch beleuchtet. Der Bereich der Funkdramatik nahm in der Literaturszene der DDR

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Stand: 26.05.2020
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Von Hertzen - möge es wieder zu Hertzen gehen
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Ricarda Merbeth aus Chemnitz (Ortsteil Einsiedel). Ein junges Mädchen aus der ehemaligen DDR arbeitet sich langsam, Schritt für Schritt, auf der internationalen Bestenliste der Opernsängerinnen vor. Heute singt sie auf den großen Bühnen der Welt, Wagner, Strauss und Mozart sind die Fixsterne am Merbeth-Himmel. Zwischen den Seiten sehen wir das Kind Ricarda, verträumt, verspielt und innerlich schon durchklungen von Musik. Wir sehen das Mädchen, das 16-jährig das Elternhaus verlässt, sicherlich sorgenvoll von den Gedanken der Eltern begleitet. Qualität setzt sich durch, diese aber ist immer verbunden mit solide gelerntem Handwerk von der Pike auf. Dazu kommt im Bereich der Kunst eine Fähigkeit, die selten ist: Hingabe, die auf Demut gründet. Das Geschenk, eine begnadete Stimme zu bekommen, ist eine Sache. Diese als Rohstoff zu sehen, den man schleifen muss, damit ein Diamant daraus wird, bedeutet Entbehrung, harte Arbeit, Üben und den unbedingten Willen. Eva-Maria Krone zeichnet feinfühlig, mit viel Liebe und wunderschönen Bildern den Weg Ricarda Merbeths nach, die sich der Kunst des Operngesangs verschrieben hat und doch ganz im Sinne Beethovens arbeitet: 'Von Hertzen – möge es wieder zu Hertzen gehen.' Musik ergreift den Menschen ganz. Den, der sie schafft und den, der sie vernehmen darf. Eine Hommage an die Musik und an eine stille, unbeirrt ihren Weg gehende Künstlerin.

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Stand: 26.05.2020
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Musik im Spiel. Sechs Radiotexte
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Im Umfeld meines 70. Geburtstages wurde wiederholt der Wunsch geäußert, ich solle einige frühere Arbeiten publizieren, die noch nicht gedruckt vorliegen. Da meine ersten literarischen Veröffentlichungen Hörspiele waren, fiel die Wahl auf die funkdramatischen Texte. Während meiner Zeit als Musikredakteur im Berliner Kultur- und Bildungsprogramm Radio DDR II entwickelte sich eine enge Beziehung zur Hörspielabteilung des DDR-Rundfunks. Dadurch wurden die Jahre 1975 bis 1985, in denen die meisten hier abgedruckten Stücke entstanden, meine Lehrjahre als Autor, nicht zuletzt deshalb, weil ich 1979/80 ein Zusatzstudium am Leipziger Literatur-Institut absolvierte. So ist das Bändchen mit Radiotexten eine konkrete Bilanz dieser Lehrzeit und ergänzt die Anthologie „Ein unsichtbares Feuer' (2007, Trafo Berlin), in der „vermischte Texte' aus vier Jahrzehnten vereint sind. Die vorliegende Sammlung enthält fünf Hörspiele und ein Feature. Diese in verschiedenen Epochen spielenden Radiotexte beschäftigen sich mit herausragenden Musikern und deren Beziehung zum jeweiligen Zeitgeschehen. Die Musik war bei meinen literarischen Arbeiten von Anfang an ein bevorzugtes Thema. Das hängt damit zusammen, daß ich mich schon früh für ein Musikstudium und damit für einen Beruf mit musikalischer Ausrichtung entschied. Ich schrieb in der Studienzeit sowie während der Tätigkeit als Orchestermusiker und als Rundfunk-Journalist überwiegend autobiografische Texte. Hierbei strebte ich aber keine Veröffentlichung in der DDR an, weil ich langwierige ideologische Auseinandersetzungen erwartete, die mir unproduktiv oder gar gefährlich erschienen. Deshalb veröffentlichte ich solche Texte zumeist Jahrzehnte später. Doch durch den Kontakt mit Kollegen vom relativ liberalen Hörspiel eröffneten sich mir schon Mitte der 70er Jahre andere Möglichkeiten. Denn ich konnte hier einige der mir wichtigen Anliegen in historischer Gestalt vorbringen, wofür die Musik, mein Fachgebiet, reichlich Gelegenheit bot. So betrat ich 1975 mit dem Mozart-Hörspiel „Ohne das ist keine Kunst' erstmals die offizielle Bühne der Literatur. Nach dem Gegenwarts-Dialog „Die Schwester' von 1977 (in „Ein unsichtbares Feuer') folgten zwei Stücke, in denen es wieder um berühmte Komponisten ging, die Hörspiele „Winterreise' (1978) zu Schubert und „Windstille oder Triumph von Zeit und Wahrheit' (1981) zu Händel. Auch die nächsten Arbeiten für den Hörfunk hatten Bezug zur musikhistorischen Thematik. Das Hörspiel „Ein Bild machen' (1978), ein Stoff zur aktuellen Künstlerproblematik in der DDR, ist zugleich eine Hommage an den Sänger Paul Robeson. Dagegen spielt das Antikriegsstück „Fantastische Sinfonie', frei nach Arnold Zweigs Novelle „Symphonie Fantastique', im Zweiten Weltkrieg, schildert aber in der zweiten Ebene die fantastische Begegnung des fiktiven Helden Harold Breton mit dem großen französischen Komponisten Hector Berlioz. Es könnte der Eindruck entstehen, bei diesen Hörstücken handle es sich um primär musikhistorische Stoffe. Obwohl die Handlung in früheren Jahrhunderten spielt, ging es mir aber immer vorrangig um die Stellung des Künstlers in der Gesellschaft, insbesondere in der DDR-Gesellschaft. Das Thema Musik bildete dabei nur den Rahmen des Geschehens. Im eigentlichen Zentrum stand der Konflikt zwischen Anpassung und Widerständigkeit bei jeder künstlerischen Tätigkeit. Nicht zufällig berühren die hier vorgelegten Hörspieltexte sowohl Fragen der Meinungs- und Handlungsfreiheit als auch solche der sozialen Stellung des jeweiligen Komponisten, zwei Problemfelder, die für mich in unlösbarem Zusammenhang stehen. War, wie bei Schubert oder Mozart, die Meinungsfreiheit weitgehend gewährleistet, überschritt die soziale Situation oft das Maß des Unerträglichen. War die soziale Lage des Künstlers dagegen weitgehend gesichert, wie in der DDR, überschattete das Problem der Gedankenfreiheit alle anderen Lebensbereiche. Dieser Konflikt wird besonders in dem Hörspiel „Ein Bild machen' am Beispiel eines Malers und seines Auftragswerks exemplarisch beleuchtet. Der Bereich der Funkdramatik nahm in der Literaturszene der DDR

Anbieter: Thalia AT
Stand: 26.05.2020
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