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Denkwürdige transkulturelle Fremdgänge
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"Denkwürdige transkulturelle Fremdgänge" zieht kaleidoskopisch eine kriti-sche Summe aus inter- und transkulturellen Begegnungen und realisierten Projekten in Brasilien, Indien und Deutschland zwischen 1966 und 1999. Der Autor evaluiert Erfahrungen in den Bereichen Theater, Film, Musik und Kunst wie auch in kulturpolitischen Seminaren und Kolloquien und zeigt Möglichkeiten und Schwierigkeiten auf, Kulturprojekte in Solidarität und wechselseitiger Achtung zwischen Künstlern und Intellektuellen unterschied-licher Kulturen produktiv und kreativ zu realisieren. Ausgewählte Modelle solcher Projekte werden in ihren Verwirklichungs-prozessen dargestellt. In den politischen Konstellationen jener Jahre - eine Militärdiktatur in Brasilein, eine kommunistische Regierung in Indien, eine sich herausbildende Demokratie in Deutschland - erweist Kulturarbeit ihre reflektive, widerständige und kritische Kraft, herausgefordert durch konser-vative Schranken und politische Beschränkungen. Es galt autonome Räume und Bedingungen kulturellen Schaffens aufrechtzuerhalten oder herzustellen und die Freiheit des Ausdrucks angesichts repressiver Verhältnisse, institu-tioneller Interventionen und politischer Verfolgung zu gewährleisten. Die ausgeführten Erfahrungen werden collageartig konfrontiert mit Zitaten aus Kritiken, Literatur und Dokumenten, um den kulturellen, sozialen und politischen Kontext wie auch die Rezeption und den Widerhall in den jewei-ligen Gesellschaften zu verdeutlichen. Einige wenige aus diesem Buch herausgegriffene Äußerungen mögen die Umfelder der dargestellten Kulturarbeit andeuten: "Die Programmplanung der Goethe-Institute ist so rechtzeitig zur Erörterung zu stellen, daß die Auslandsvertretung dazu Stellung nehmen und das Programm gegebenenfalls noch geändert werden kann." (Erlaß des Auswärtigen Amtes der BRD). "Je stärker unsere wirtschaftliche Aktivität nach außen als wirtschaftliche Macht em-pfunden wird, desto bedeutsamer ist kulturpolitische Aktivität als Ausgleich und Gegenwirkung !" (ein Kulturausschuß der deutschen Wirtschaft). "Ist der Žhäßliche DeutscheŽ nicht für ewig das Zielobjekt dieser Pseudo-Intellektuellen, wie dem Herrn Beuys, diesem führenden Fettkünstler moderner Scharlatanerie, diesem Jürgen Habermas, diesem Wegbereiter der linken Kulturrevolution, diesem durch seine Terrorsympathie bekannten Filmregisseur Volker Schlöndorff, diesem Grass mit seinen antideutschen Hetzreden, diesem SPD-Agitator Klaus Staeck mit seinen die Hetzplakate im "Stürmer"-Stil...?"(ein deutsches Magazin über Kulturprogramme der Goethe-Institute). "Dieses pornografische Tanztheater der Pina Bausch verdirbt unsere bengalische Jugend! Bringen Sie uns doch volksnahe Kultur, wie die Sowjetunion, Nordkorea, die Deutsche Demokratische Republik !" (ein indischer Kultusminister). "Ein deutscher Regisseur, ein griechischer Klassiker, bengalische Schauspieler..., ja sagen Sie mal, wo bleibt denn da die deutsche Schauspielkunst ?" (ein bundesdeutscher Kultur-freund auf Indienreise). "Wozu ausländische Experten ? Wir verfügen bereits über genügend Erfahrung, um uns über das Entsenden von Kapital, Ausrüstung und Batallionen hochbezahlter Experten ein Urteil bilden zu können." (ein brasilianischer Bischof). "Wir fordern Sie hiermit auf, diese subversiven Elemente aus Ihrem Institut und aus Ihren Veranstaltungen zu entfernen ! Bewahren Sie uns vor der Not eingreifen zu müssen, das liegt doch auch im Interesse Ihrer Regierung !"(ein Dienststellenleiter der brasilianischen Bundespolizei). "Du kannst ja hier mit uns noch so viel antifaschistische Programme machen, das nehmen wir Dir im Grunde nicht ab. Ihr Deutschen werdet doch als Nazis geboren !" (ein brasilia-nischer Linksintellektueller) "Die hellen und festlichen Farbtöne, mit denen die DDR ihr Land im Ausland malt, werden auf die Dauer erfolgreicher sein als die düstere Götterdämmerungspalette der Goethe-Institute !" (ein bundesdeutscher Ministerpräsident). "Schön, daß Sie als Afro-Ethnologe nach Bahia gekommen sind ! Wir werden einen vollen Saal haben und anschließend bestimmt eine sehr lebhafte Diskussion !" "Oh, bitte nicht! Mit der afro-brasilianischen Kultur habe ich mich bisher noch nicht befassen können." (ein deutscher Akademiker). "Ich bin da in einem Ihrer Räume auf eine Studiengruppe für afro-baianische Kultur gestoßen. Das sind ja ausgemachte Marxisten ! Sorgen Sie dafür, daß die aus unserem Institut sofort verschwinden !"(ein leitender Angestellter des Goethe-Instituts München). "Diese Aneignung unseres Genossen Brecht durch das imperialistische westdeutsche Kulturinstitut werden wir nicht dulden !" (DDR-Freundschaftsgesellschaft in Calcutta). "Theatermachen bedeutet für diese jungen bengalischen Schauspieler nicht Flucht vor der Scheiße, vor dem Grauen in wenige bessere Stunden, sondern politisch-utopische Arbeit...." "Und Ihre ŽAntigoneŽ ist progressiv getünchter kulturimperialistischer Verrrat ! (ein deutscher Theaterregisseur und sein indischer Theaterkritiker). "Habt acht ! Diese westliche Bourgeoisie untergräbt mit ihrer Literatur, ihrem Theater, ihren Filmen die Moral und die Kultur unseres bengalischen Volkes !" (ein indischer Regierungsaufruf gegen die Goethe-Institute). "Jetzt halten Sie aber mal die Luft an ! Mit Ihren Programmen haben Sie schon genug Wind gemacht.Künftig etwas leiser treten, darf ich bitten !" "Jawoll, Herr General-Konsul !" (eine bundesdeutsche Obrigkeit in Calcutta). "Die ausgeführten Erfahrungen mögen zeigen, daß jenseits der Sprachvermittlung vor allem möglichst intensive kooperativ-prozessuale inter- und trans-kulturelle Arbeits-formen auf direktere Weise Verstehen und Verständigung ermöglichen und fördern, wie etwa gemeinsame Themenbewältigungen, Theater- oder Tanzinszenierungen, Film- und Medienprojekte etc.. In solchen Unternehmungen kann das Eigene und das Andere erkennbarer produktiv zueinander finden und lernen, sich in wechselseitigem Begreifen gegenseitig zu achten und zu schätzen. Dann würde sich eine "intellektuelle Unter-entwicklung", vor der einst Heiner Müller warnte, nur noch in Fällen von Selbst-überschätzungen oder Fremdunterschätzungen entlarven, also letztlich in einem fehlenden "willing suspension of disbelief", einem Mangel an unvoreingenommener Verstehensbereitschaft." Kommentar: Die FREMGÄNGE von Roland Schaffner habe ich mit Neugier und zuneh-mendem Vergnügen gelesen, richtiger wäre vielleicht mit ŽFaszinationŽ. Diese Schrift beleuchtet eindrücklich einen Ausschnitt praktischer auswärtiger Kulturpolitik, der auch für zukünftige Generationen eine anregende Lektüre sein könnte. Kantigkeit der Wertungen und Einschätzungen ist ein durchgängiges Merkmal dieser Ausführungen und machen ihren besonderen Reiz aus. Daß die Erfah-rungen und Einsichten fast durchgängig mit Texten von Gastlandautoren unterlegt bzw. zum Ausdruck gebracht werden, ist ein sehr belebendes und zugleich verdeutlichendes Element der Darstellung, Ergebnis einer sehr wirkungsvollen Recherche-Arbeit. Erfrischend ist die über die ganze Strecke durchgehaltene und immer wieder durchscheinende politische Grundhaltung. Die Einsicht in die unerträglichen Problemlagen ist eine Seite und die Erkenntnis in die Lösungsmöglichkeiten ist die andere, aber schwierigere. Die Künste müssen diese Fragen nicht lösen. Aber sie leisten einen wesentlichen Beitrag, wenn sie den Finger in die Wunde legen. Dies scheint ja auch - mit Recht - diese Arbeit immer wieder motiviert zu haben." Dr. Horst Harnischfeger, 1976-1996 Generalsekretär des Goethe-Instituts München.

Anbieter: buecher
Stand: 18.02.2020
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Denkwürdige transkulturelle Fremdgänge
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"Denkwürdige transkulturelle Fremdgänge" zieht kaleidoskopisch eine kriti-sche Summe aus inter- und transkulturellen Begegnungen und realisierten Projekten in Brasilien, Indien und Deutschland zwischen 1966 und 1999. Der Autor evaluiert Erfahrungen in den Bereichen Theater, Film, Musik und Kunst wie auch in kulturpolitischen Seminaren und Kolloquien und zeigt Möglichkeiten und Schwierigkeiten auf, Kulturprojekte in Solidarität und wechselseitiger Achtung zwischen Künstlern und Intellektuellen unterschied-licher Kulturen produktiv und kreativ zu realisieren. Ausgewählte Modelle solcher Projekte werden in ihren Verwirklichungs-prozessen dargestellt. In den politischen Konstellationen jener Jahre - eine Militärdiktatur in Brasilein, eine kommunistische Regierung in Indien, eine sich herausbildende Demokratie in Deutschland - erweist Kulturarbeit ihre reflektive, widerständige und kritische Kraft, herausgefordert durch konser-vative Schranken und politische Beschränkungen. Es galt autonome Räume und Bedingungen kulturellen Schaffens aufrechtzuerhalten oder herzustellen und die Freiheit des Ausdrucks angesichts repressiver Verhältnisse, institu-tioneller Interventionen und politischer Verfolgung zu gewährleisten. Die ausgeführten Erfahrungen werden collageartig konfrontiert mit Zitaten aus Kritiken, Literatur und Dokumenten, um den kulturellen, sozialen und politischen Kontext wie auch die Rezeption und den Widerhall in den jewei-ligen Gesellschaften zu verdeutlichen. Einige wenige aus diesem Buch herausgegriffene Äußerungen mögen die Umfelder der dargestellten Kulturarbeit andeuten: "Die Programmplanung der Goethe-Institute ist so rechtzeitig zur Erörterung zu stellen, daß die Auslandsvertretung dazu Stellung nehmen und das Programm gegebenenfalls noch geändert werden kann." (Erlaß des Auswärtigen Amtes der BRD). "Je stärker unsere wirtschaftliche Aktivität nach außen als wirtschaftliche Macht em-pfunden wird, desto bedeutsamer ist kulturpolitische Aktivität als Ausgleich und Gegenwirkung !" (ein Kulturausschuß der deutschen Wirtschaft). "Ist der Žhäßliche DeutscheŽ nicht für ewig das Zielobjekt dieser Pseudo-Intellektuellen, wie dem Herrn Beuys, diesem führenden Fettkünstler moderner Scharlatanerie, diesem Jürgen Habermas, diesem Wegbereiter der linken Kulturrevolution, diesem durch seine Terrorsympathie bekannten Filmregisseur Volker Schlöndorff, diesem Grass mit seinen antideutschen Hetzreden, diesem SPD-Agitator Klaus Staeck mit seinen die Hetzplakate im "Stürmer"-Stil...?"(ein deutsches Magazin über Kulturprogramme der Goethe-Institute). "Dieses pornografische Tanztheater der Pina Bausch verdirbt unsere bengalische Jugend! Bringen Sie uns doch volksnahe Kultur, wie die Sowjetunion, Nordkorea, die Deutsche Demokratische Republik !" (ein indischer Kultusminister). "Ein deutscher Regisseur, ein griechischer Klassiker, bengalische Schauspieler..., ja sagen Sie mal, wo bleibt denn da die deutsche Schauspielkunst ?" (ein bundesdeutscher Kultur-freund auf Indienreise). "Wozu ausländische Experten ? Wir verfügen bereits über genügend Erfahrung, um uns über das Entsenden von Kapital, Ausrüstung und Batallionen hochbezahlter Experten ein Urteil bilden zu können." (ein brasilianischer Bischof). "Wir fordern Sie hiermit auf, diese subversiven Elemente aus Ihrem Institut und aus Ihren Veranstaltungen zu entfernen ! Bewahren Sie uns vor der Not eingreifen zu müssen, das liegt doch auch im Interesse Ihrer Regierung !"(ein Dienststellenleiter der brasilianischen Bundespolizei). "Du kannst ja hier mit uns noch so viel antifaschistische Programme machen, das nehmen wir Dir im Grunde nicht ab. Ihr Deutschen werdet doch als Nazis geboren !" (ein brasilia-nischer Linksintellektueller) "Die hellen und festlichen Farbtöne, mit denen die DDR ihr Land im Ausland malt, werden auf die Dauer erfolgreicher sein als die düstere Götterdämmerungspalette der Goethe-Institute !" (ein bundesdeutscher Ministerpräsident). "Schön, daß Sie als Afro-Ethnologe nach Bahia gekommen sind ! Wir werden einen vollen Saal haben und anschließend bestimmt eine sehr lebhafte Diskussion !" "Oh, bitte nicht! Mit der afro-brasilianischen Kultur habe ich mich bisher noch nicht befassen können." (ein deutscher Akademiker). "Ich bin da in einem Ihrer Räume auf eine Studiengruppe für afro-baianische Kultur gestoßen. Das sind ja ausgemachte Marxisten ! Sorgen Sie dafür, daß die aus unserem Institut sofort verschwinden !"(ein leitender Angestellter des Goethe-Instituts München). "Diese Aneignung unseres Genossen Brecht durch das imperialistische westdeutsche Kulturinstitut werden wir nicht dulden !" (DDR-Freundschaftsgesellschaft in Calcutta). "Theatermachen bedeutet für diese jungen bengalischen Schauspieler nicht Flucht vor der Scheiße, vor dem Grauen in wenige bessere Stunden, sondern politisch-utopische Arbeit...." "Und Ihre ŽAntigoneŽ ist progressiv getünchter kulturimperialistischer Verrrat ! (ein deutscher Theaterregisseur und sein indischer Theaterkritiker). "Habt acht ! Diese westliche Bourgeoisie untergräbt mit ihrer Literatur, ihrem Theater, ihren Filmen die Moral und die Kultur unseres bengalischen Volkes !" (ein indischer Regierungsaufruf gegen die Goethe-Institute). "Jetzt halten Sie aber mal die Luft an ! Mit Ihren Programmen haben Sie schon genug Wind gemacht.Künftig etwas leiser treten, darf ich bitten !" "Jawoll, Herr General-Konsul !" (eine bundesdeutsche Obrigkeit in Calcutta). "Die ausgeführten Erfahrungen mögen zeigen, daß jenseits der Sprachvermittlung vor allem möglichst intensive kooperativ-prozessuale inter- und trans-kulturelle Arbeits-formen auf direktere Weise Verstehen und Verständigung ermöglichen und fördern, wie etwa gemeinsame Themenbewältigungen, Theater- oder Tanzinszenierungen, Film- und Medienprojekte etc.. In solchen Unternehmungen kann das Eigene und das Andere erkennbarer produktiv zueinander finden und lernen, sich in wechselseitigem Begreifen gegenseitig zu achten und zu schätzen. Dann würde sich eine "intellektuelle Unter-entwicklung", vor der einst Heiner Müller warnte, nur noch in Fällen von Selbst-überschätzungen oder Fremdunterschätzungen entlarven, also letztlich in einem fehlenden "willing suspension of disbelief", einem Mangel an unvoreingenommener Verstehensbereitschaft." Kommentar: Die FREMGÄNGE von Roland Schaffner habe ich mit Neugier und zuneh-mendem Vergnügen gelesen, richtiger wäre vielleicht mit ŽFaszinationŽ. Diese Schrift beleuchtet eindrücklich einen Ausschnitt praktischer auswärtiger Kulturpolitik, der auch für zukünftige Generationen eine anregende Lektüre sein könnte. Kantigkeit der Wertungen und Einschätzungen ist ein durchgängiges Merkmal dieser Ausführungen und machen ihren besonderen Reiz aus. Daß die Erfah-rungen und Einsichten fast durchgängig mit Texten von Gastlandautoren unterlegt bzw. zum Ausdruck gebracht werden, ist ein sehr belebendes und zugleich verdeutlichendes Element der Darstellung, Ergebnis einer sehr wirkungsvollen Recherche-Arbeit. Erfrischend ist die über die ganze Strecke durchgehaltene und immer wieder durchscheinende politische Grundhaltung. Die Einsicht in die unerträglichen Problemlagen ist eine Seite und die Erkenntnis in die Lösungsmöglichkeiten ist die andere, aber schwierigere. Die Künste müssen diese Fragen nicht lösen. Aber sie leisten einen wesentlichen Beitrag, wenn sie den Finger in die Wunde legen. Dies scheint ja auch - mit Recht - diese Arbeit immer wieder motiviert zu haben." Dr. Horst Harnischfeger, 1976-1996 Generalsekretär des Goethe-Instituts München.

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Stand: 18.02.2020
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"Denkwürdige transkulturelle Fremdgänge" zieht kaleidoskopisch eine kriti-sche Summe aus inter- und transkulturellen Begegnungen und realisierten Projekten in Brasilien, Indien und Deutschland zwischen 1966 und 1999. Der Autor evaluiert Erfahrungen in den Bereichen Theater, Film, Musik und Kunst wie auch in kulturpolitischen Seminaren und Kolloquien und zeigt Möglichkeiten und Schwierigkeiten auf, Kulturprojekte in Solidarität und wechselseitiger Achtung zwischen Künstlern und Intellektuellen unterschied-licher Kulturen produktiv und kreativ zu realisieren.Ausgewählte Modelle solcher Projekte werden in ihren Verwirklichungs-prozessen dargestellt. In den politischen Konstellationen jener Jahre – eine Militärdiktatur in Brasilein, eine kommunistische Regierung in Indien, eine sich herausbildende Demokratie in Deutschland – erweist Kulturarbeit ihre reflektive, widerständige und kritische Kraft, herausgefordert durch konser-vative Schranken und politische Beschränkungen. Es galt autonome Räume und Bedingungen kulturellen Schaffens aufrechtzuerhalten oder herzustellen und die Freiheit des Ausdrucks angesichts repressiver Verhältnisse, institu-tioneller Interventionen und politischer Verfolgung zu gewährleisten.Die ausgeführten Erfahrungen werden collageartig konfrontiert mit Zitaten aus Kritiken, Literatur und Dokumenten, um den kulturellen, sozialen und politischen Kontext wie auch die Rezeption und den Widerhall in den jewei-ligen Gesellschaften zu verdeutlichen. Einige wenige aus diesem Buch herausgegriffene Äußerungen mögen die Umfelder der dargestellten Kulturarbeit andeuten: "Die Programmplanung der Goethe-Institute ist so rechtzeitig zur Erörterung zu stellen, daß die Auslandsvertretung dazu Stellung nehmen und das Programm gegebenenfalls noch geändert werden kann." (Erlaß des Auswärtigen Amtes der BRD)."Je stärker unsere wirtschaftliche Aktivität nach außen als wirtschaftliche Macht em-pfunden wird, desto bedeutsamer ist kulturpolitische Aktivität als Ausgleich und Gegenwirkung !" (ein Kulturausschuß der deutschen Wirtschaft)."Ist der ´häßliche Deutsche´ nicht für ewig das Zielobjekt dieser Pseudo-Intellektuellen, wie dem Herrn Beuys, diesem führenden Fettkünstler moderner Scharlatanerie, diesem Jürgen Habermas, diesem Wegbereiter der linken Kulturrevolution, diesem durch seine Terrorsympathie bekannten Filmregisseur Volker Schlöndorff, diesem Grass mit seinen antideutschen Hetzreden, diesem SPD-Agitator Klaus Staeck mit seinen die Hetzplakate im „Stürmer“-Stil.?"(ein deutsches Magazin über Kulturprogramme der Goethe-Institute)."Dieses pornografische Tanztheater der Pina Bausch verdirbt unsere bengalische Jugend! Bringen Sie uns doch volksnahe Kultur, wie die Sowjetunion, Nordkorea, die Deutsche Demokratische Republik !" (ein indischer Kultusminister)."Ein deutscher Regisseur, ein griechischer Klassiker, bengalische Schauspieler., ja sagen Sie mal, wo bleibt denn da die deutsche Schauspielkunst ?" (ein bundesdeutscher Kultur-freund auf Indienreise)."Wozu ausländische Experten ? Wir verfügen bereits über genügend Erfahrung, um uns über das Entsenden von Kapital, Ausrüstung und Batallionen hochbezahlter Experten ein Urteil bilden zu können." (ein brasilianischer Bischof)."Wir fordern Sie hiermit auf, diese subversiven Elemente aus Ihrem Institut und aus Ihren Veranstaltungen zu entfernen ! Bewahren Sie uns vor der Not eingreifen zu müssen, das liegt doch auch im Interesse Ihrer Regierung !"(ein Dienststellenleiter der brasilianischen Bundespolizei)."Du kannst ja hier mit uns noch so viel antifaschistische Programme machen, das nehmen wir Dir im Grunde nicht ab. Ihr Deutschen werdet doch als Nazis geboren !" (ein brasilia-nischer Linksintellektueller)"Die hellen und festlichen Farbtöne, mit denen die DDR ihr Land im Ausland malt, werden auf die Dauer erfolgreicher sein als die düstere Götterdämmerungspalette der Goethe-Institute !" (ein bundesdeutscher Ministerpräsident)."Schön, daß Sie als Afro-Ethnologe nach Bahia gekommen sind ! Wir werden einen vollen Saal haben und anschließend bestimmt eine sehr lebhafte Diskussion !" "Oh, bitte nicht! Mit der afro-brasilianischen Kultur habe ich mich bisher noch nicht befassen können."(ein deutscher Akademiker). "Ich bin da in einem Ihrer Räume auf eine Studiengruppe für afro-baianische Kultur gestoßen. Das sind ja ausgemachte Marxisten ! Sorgen Sie dafür, daß die aus unserem Institut sofort verschwinden !"(ein leitender Angestellter des Goethe-Instituts München)."Diese Aneignung unseres Genossen Brecht durch das imperialistische westdeutsche Kulturinstitut werden wir nicht dulden !" (DDR-Freundschaftsgesellschaft in Calcutta)."Theatermachen bedeutet für diese jungen bengalischen Schauspieler nicht Flucht vor der Scheiße, vor dem Grauen in wenige bessere Stunden, sondern politisch-utopische Arbeit." "Und Ihre ´Antigone´ ist progressiv getünchter kulturimperialistischer Verrrat ! (ein deutscher Theaterregisseur und sein indischer Theaterkritiker). "Habt acht ! Diese westliche Bourgeoisie untergräbt mit ihrer Literatur, ihrem Theater, ihren Filmen die Moral und die Kultur unseres bengalischen Volkes !" (ein indischer Regierungsaufruf gegen die Goethe-Institute)."Jetzt halten Sie aber mal die Luft an ! Mit Ihren Programmen haben Sie schon genug Wind gemacht.Künftig etwas leiser treten, darf ich bitten !" "Jawoll, Herr General-Konsul !" (eine bundesdeutsche Obrigkeit in Calcutta)."Die ausgeführten Erfahrungen mögen zeigen, daß jenseits der Sprachvermittlung vor allem möglichst intensive kooperativ-prozessuale inter- und trans-kulturelle Arbeits-formen auf direktere Weise Verstehen und Verständigung ermöglichen und fördern, wie etwa gemeinsame Themenbewältigungen, Theater- oder Tanzinszenierungen, Film- und Medienprojekte etc. In solchen Unternehmungen kann das Eigene und das Andere erkennbarer produktiv zueinander finden und lernen, sich in wechselseitigem Begreifen gegenseitig zu achten und zu schätzen. Dann würde sich eine „intellektuelle Unter-entwicklung“, vor der einst Heiner Müller warnte, nur noch in Fällen von Selbst-überschätzungen oder Fremdunterschätzungen entlarven, also letztlich in einem fehlenden „willing suspension of disbelief“, einem Mangel an unvoreingenommener Verstehensbereitschaft."Kommentar: Die FREMGÄNGE von Roland Schaffner habe ich mit Neugier und zuneh-mendem Vergnügen gelesen, richtiger wäre vielleicht mit ´Faszination´. Diese Schrift beleuchtet eindrücklich einen Ausschnitt praktischer auswärtiger Kulturpolitik, der auch für zukünftige Generationen eine anregende Lektüre sein könnte. Kantigkeit der Wertungen und Einschätzungen ist ein durchgängiges Merkmal dieser Ausführungen und machen ihren besonderen Reiz aus. Daß die Erfah-rungen und Einsichten fast durchgängig mit Texten von Gastlandautoren unterlegt bzw. zum Ausdruck gebracht werden, ist ein sehr belebendes und zugleich verdeutlichendes Element der Darstellung, Ergebnis einer sehr wirkungsvollen Recherche-Arbeit.Erfrischend ist die über die ganze Strecke durchgehaltene und immer wieder durchscheinende politische Grundhaltung. Die Einsicht in die unerträglichen Problemlagen ist eine Seite und die Erkenntnis in die Lösungsmöglichkeiten ist die andere, aber schwierigere. Die Künste müssen diese Fragen nicht lösen. Aber sie leisten einen wesentlichen Beitrag, wenn sie den Finger in die Wunde legen. Dies scheint ja auch – mit Recht – diese Arbeit immer wieder motiviert zu haben.“ Dr. Horst Harnischfeger, 1976-1996 Generalsekretär des Goethe-Instituts München.

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Alive AG Schlagerfestival der 60er Jahre, Folge...
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Die schwierige Nachkriegszeit war überwunden, das Wirtschaftswunder in vollem Gange und die Technik machte enorme Fortschritte. Juri Gagarin flog als erster Mensch ins All, die DDR baute die Berliner Mauer, die Kuba-Krise brachte die Welt an den Rand eines Atomkrieges. Hamburg versank in der Elbflut von 1962, der Vietnamkrieg weitete sich aus, der Sechstagekrieg brach aus, die beiden Kenndy-Brüder und Martin Luther King wurden ermordet. Die Studentenrevolte erfasste auch Deutschland. In diesen turbulenten Zeiten sehnte man sich nach Geborgenheit und heiler Welt, der deutsche Schlager hatte Anfang der 60er Jahre Hochkonjunktur. Freddy Quinn, Peter Alexander und Billy Vaughn beherrschten die Hitparaden. Nummer 1 Hits der 60er waren bis heute gern gehörte Evergreens wie Milord von Dalida, Ein Schiff wird kommen von Lale Andersen und Junge, komm bald wieder von Freddy Quinn. Ralf Bendix sang den Babysitter-Boogie und Peter Alexander fragte Bist du einsam heut' Nacht?. Erste Beat-Songs tauchten in den Hitparaden auf und machten den deutschen Schlagerkünstlern erstmals Konkurrenz. Sie verdrängten die deutschen Lieder in der zweiten Hälfte der 60er Jahre immer mehr aus den vorderen Rängen der Hitparaden. Trotz allem waren die 60er für den deutschen Schlager eine sehr erfolgreiche und kreative Dekade und die Lieder dieser Zeit werden noch heute gerne gehört. TRACKS: Disk 1 1. Peter Alexander - Bist Du einsam heut Nacht 2. Vico Torriani - Kalkutta liegt am Ganges (Madeleine) 3. Conny Froboess - Lady Sunshine und Mr. Moon 4. Nana Mouskouri - Am Horizont irgendwo 5. Bill Ramsey - Café Oriental 6. Caterina Valente & S. Francesco - Quando, quando, quando 7. Gerhard Wendland - Schau mir nochmal in die Augen 8. Hawe Schneider - Warte, warte nur ein Weilchen 9. Chris Howland - Hämmerchen Polka 10. Billy Vaughn - Wheels 11. Dalida - (Die Welt ist schön) Milord 12. Gus Backus - Da sprach der alte Häuptling 13. Connie Francis - Eine Insel für zwei 14. Willy Hagara - Pepe 15. Der flotte Franz & die Bierbrummer - So leben wir... Teil 1 16. Britt Hagen - Sag adieu (Petite Fleur) 17. Die Rangers - Endloser Fluß 18. The Hilo-Hawaiians - Sarie Marei 19. Die Ricky Boys - Hello, Mary-Lou 20. Udo Jürgens - La Serenata 21. Die Blue Diamonds - Blaues Boot der Sehnsucht 22. Freddy Quinn - Melodie der Nacht 23. Toni Sailer - Rummelplatz 24. Alice & Ellen Kessler & Peter Kraus - Mondschein und Liebe 25. Lys Assia - Die Sterne von Syrakus Disk 2 1. Caterina Valente - Matrosen aus Piräus 2. Peter Kraus - Sweety 3. Heidi Brühl - Immer will ich dir gehören 4. René Carol - Kein Land kann schöner sein 5. Angèle Durand - Madame braucht Liebe 6. Freddy Quinn - Wenn die Sehnsucht nicht wär 7. Die Blauen Jungs - Wenn weiße Wolken wandern 8. Peter Niemann - Jana, schöne Mexicana 9. Freddy Quinn - Junge, komm bald wieder 10. Conny Froboess - Mariandl 11. Fred Bertelmann - Einmal high, high, high 12. Nina & Jimmy - Weites Land 13. Harald Juhnke - Eine schöner als die andere 14. Inge Brandenburg - Gauner sind sie alle 15. Vivi Bach - Wenn die Musik spielt am Wörthersee 16. James Brothers - Morgen bist du alle Sorgen los 17. Nana Gualdi - Einen Ring mit zwei blutroten Steinen 18. Trio Kolenka - Vier Schimmel, ein Wagen 19. Ivo Robic - Ein ganzes Leben lang 20. Leo Leandros - Mustafa 21. Lale Andersen - Ein Schiff wird kommen 22. Peter Beil - Corinna, Corinna 23. Lou von Burg & Barbara Kist - Kannst du mir treu sein, Cherie? 24. Siw Malmkvist - Danke für die Blumen 25. Ralf Bendix - Babysitter-Boogie

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Stand: 18.02.2020
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