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Der Atlas der Erinnerung
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Norbert Hummelt erkundet in seinen Erzählungen Landschaften und Orte, literarische und historische Schauplätze. Seine Texte sind eine kostbare Schule der Beiläufigkeit.Das ist wörtlich zu verstehen: Es läuft jemand an etwas vorbei - und findet es merkwürdig. Wichtig ist weniger das Was als das Wann und Wo. Wenn Peter Handke einst auf der Suche nach der "Stunde der wahren Empfindung" war, so beschäftigt sich Hummelt mit dem Ort der nachwirkenden Erfahrung.Wie war das seinerzeit, als halbwüchsiger Westbürger die DDR zu besuchen? Im Gedächtnis blieb die Musik von "Magdeburg" - aber wo ist sie geblieben? Und der große Plattenladen von "Saturn" in Köln - was war dieses einstige Mekka gelebter Musik gegen das öde Schaulager elektronischer Bespaßungsgeräte heutiger Tage? Wie wäre es dagegen, den Dauerlärm des Aktuellen einmal zu verlassen und sich auf die Spuren von Eichendorff in Oberschlesien zu begeben? Und was verbirgt sich eigentlich hinter der Adresse "Blabber 1", an der Günter de Bruyn irgendwo im Brandenburgischen wohnt?Unterwegs zu sein ist für diesen Autor eine Lebens- und Erkenntnisform, wobei es gleichgültig ist, ob er den Orten einstiger Familienausflüge in der Kindheit nachgeht oder durch die Allerweltsstraße flaniert, an der er heute in Berlin wohnt.All dies ist im übrigen keineswegs ein Idylle-Programm; hier ist einer geschichtsbewusst und durchaus kritischen Auges unterwegs. Das Eigenartige aber: In Norbert Hummelts Texten spürt man, dass eigentlich alles interessant und belebend ist - jeder Moment wirklicher Gegenwart und jede merkwürdige Beobachtung, sei sie auch noch so beiläufig.All dies aber vollzieht sich erst in der Sprache - und hier beginnt das große Geheimnis. Das Beglückende: Norbert Hummelt hat ganz daran teil."Die Anhänglichkeit an mein persönliches Eldorado, das zur Verbandsgemeinde Emmelshausen gehört und sich an der Landstraße bis heute mit dem magischen Ortsschild 'Mermuth 1 km' ankündigt, kostete mich in den neunziger Jahren vielleicht eine Reise, die vielen verlockender erscheinen dürfte. Als mich nämlich der Leiter der Berliner Literaturwerkstatt bei einem Bier danach fragte, an welchem Ort in Europa ich jetzt am liebsten sein würde, fiel mir leider nur der Name jenes Dorfes ein, in dem mein Freund Günther, der Dribbelkönig von der Liegewiese, inzwischen Ortsbürgermeister war. Der Literaturmanager konnte damit nichts anfangen; die richtige Antwort wäre Portugal gewesen, denn dorthin fuhr der Literaturexpreß, den er seinerzeit plante."Aus: Meine andere Heimat

Anbieter: buecher
Stand: 06.08.2020
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Norbert Hummelt erkundet in seinen Erzählungen Landschaften und Orte, literarische und historische Schauplätze. Seine Texte sind eine kostbare Schule der Beiläufigkeit.Das ist wörtlich zu verstehen: Es läuft jemand an etwas vorbei - und findet es merkwürdig. Wichtig ist weniger das Was als das Wann und Wo. Wenn Peter Handke einst auf der Suche nach der "Stunde der wahren Empfindung" war, so beschäftigt sich Hummelt mit dem Ort der nachwirkenden Erfahrung.Wie war das seinerzeit, als halbwüchsiger Westbürger die DDR zu besuchen? Im Gedächtnis blieb die Musik von "Magdeburg" - aber wo ist sie geblieben? Und der große Plattenladen von "Saturn" in Köln - was war dieses einstige Mekka gelebter Musik gegen das öde Schaulager elektronischer Bespaßungsgeräte heutiger Tage? Wie wäre es dagegen, den Dauerlärm des Aktuellen einmal zu verlassen und sich auf die Spuren von Eichendorff in Oberschlesien zu begeben? Und was verbirgt sich eigentlich hinter der Adresse "Blabber 1", an der Günter de Bruyn irgendwo im Brandenburgischen wohnt?Unterwegs zu sein ist für diesen Autor eine Lebens- und Erkenntnisform, wobei es gleichgültig ist, ob er den Orten einstiger Familienausflüge in der Kindheit nachgeht oder durch die Allerweltsstraße flaniert, an der er heute in Berlin wohnt.All dies ist im übrigen keineswegs ein Idylle-Programm; hier ist einer geschichtsbewusst und durchaus kritischen Auges unterwegs. Das Eigenartige aber: In Norbert Hummelts Texten spürt man, dass eigentlich alles interessant und belebend ist - jeder Moment wirklicher Gegenwart und jede merkwürdige Beobachtung, sei sie auch noch so beiläufig.All dies aber vollzieht sich erst in der Sprache - und hier beginnt das große Geheimnis. Das Beglückende: Norbert Hummelt hat ganz daran teil."Die Anhänglichkeit an mein persönliches Eldorado, das zur Verbandsgemeinde Emmelshausen gehört und sich an der Landstraße bis heute mit dem magischen Ortsschild 'Mermuth 1 km' ankündigt, kostete mich in den neunziger Jahren vielleicht eine Reise, die vielen verlockender erscheinen dürfte. Als mich nämlich der Leiter der Berliner Literaturwerkstatt bei einem Bier danach fragte, an welchem Ort in Europa ich jetzt am liebsten sein würde, fiel mir leider nur der Name jenes Dorfes ein, in dem mein Freund Günther, der Dribbelkönig von der Liegewiese, inzwischen Ortsbürgermeister war. Der Literaturmanager konnte damit nichts anfangen; die richtige Antwort wäre Portugal gewesen, denn dorthin fuhr der Literaturexpreß, den er seinerzeit plante."Aus: Meine andere Heimat

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Denkwürdige transkulturelle Fremdgänge
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"Denkwürdige transkulturelle Fremdgänge" zieht kaleidoskopisch eine kriti-sche Summe aus inter- und transkulturellen Begegnungen und realisierten Projekten in Brasilien, Indien und Deutschland zwischen 1966 und 1999. Der Autor evaluiert Erfahrungen in den Bereichen Theater, Film, Musik und Kunst wie auch in kulturpolitischen Seminaren und Kolloquien und zeigt Möglichkeiten und Schwierigkeiten auf, Kulturprojekte in Solidarität und wechselseitiger Achtung zwischen Künstlern und Intellektuellen unterschied-licher Kulturen produktiv und kreativ zu realisieren. Ausgewählte Modelle solcher Projekte werden in ihren Verwirklichungs-prozessen dargestellt. In den politischen Konstellationen jener Jahre - eine Militärdiktatur in Brasilein, eine kommunistische Regierung in Indien, eine sich herausbildende Demokratie in Deutschland - erweist Kulturarbeit ihre reflektive, widerständige und kritische Kraft, herausgefordert durch konser-vative Schranken und politische Beschränkungen. Es galt autonome Räume und Bedingungen kulturellen Schaffens aufrechtzuerhalten oder herzustellen und die Freiheit des Ausdrucks angesichts repressiver Verhältnisse, institu-tioneller Interventionen und politischer Verfolgung zu gewährleisten. Die ausgeführten Erfahrungen werden collageartig konfrontiert mit Zitaten aus Kritiken, Literatur und Dokumenten, um den kulturellen, sozialen und politischen Kontext wie auch die Rezeption und den Widerhall in den jewei-ligen Gesellschaften zu verdeutlichen. Einige wenige aus diesem Buch herausgegriffene Äußerungen mögen die Umfelder der dargestellten Kulturarbeit andeuten: "Die Programmplanung der Goethe-Institute ist so rechtzeitig zur Erörterung zu stellen, daß die Auslandsvertretung dazu Stellung nehmen und das Programm gegebenenfalls noch geändert werden kann." (Erlaß des Auswärtigen Amtes der BRD). "Je stärker unsere wirtschaftliche Aktivität nach außen als wirtschaftliche Macht em-pfunden wird, desto bedeutsamer ist kulturpolitische Aktivität als Ausgleich und Gegenwirkung !" (ein Kulturausschuß der deutschen Wirtschaft). "Ist der Žhäßliche DeutscheŽ nicht für ewig das Zielobjekt dieser Pseudo-Intellektuellen, wie dem Herrn Beuys, diesem führenden Fettkünstler moderner Scharlatanerie, diesem Jürgen Habermas, diesem Wegbereiter der linken Kulturrevolution, diesem durch seine Terrorsympathie bekannten Filmregisseur Volker Schlöndorff, diesem Grass mit seinen antideutschen Hetzreden, diesem SPD-Agitator Klaus Staeck mit seinen die Hetzplakate im "Stürmer"-Stil...?"(ein deutsches Magazin über Kulturprogramme der Goethe-Institute). "Dieses pornografische Tanztheater der Pina Bausch verdirbt unsere bengalische Jugend! Bringen Sie uns doch volksnahe Kultur, wie die Sowjetunion, Nordkorea, die Deutsche Demokratische Republik !" (ein indischer Kultusminister). "Ein deutscher Regisseur, ein griechischer Klassiker, bengalische Schauspieler..., ja sagen Sie mal, wo bleibt denn da die deutsche Schauspielkunst ?" (ein bundesdeutscher Kultur-freund auf Indienreise). "Wozu ausländische Experten ? Wir verfügen bereits über genügend Erfahrung, um uns über das Entsenden von Kapital, Ausrüstung und Batallionen hochbezahlter Experten ein Urteil bilden zu können." (ein brasilianischer Bischof). "Wir fordern Sie hiermit auf, diese subversiven Elemente aus Ihrem Institut und aus Ihren Veranstaltungen zu entfernen ! Bewahren Sie uns vor der Not eingreifen zu müssen, das liegt doch auch im Interesse Ihrer Regierung !"(ein Dienststellenleiter der brasilianischen Bundespolizei). "Du kannst ja hier mit uns noch so viel antifaschistische Programme machen, das nehmen wir Dir im Grunde nicht ab. Ihr Deutschen werdet doch als Nazis geboren !" (ein brasilia-nischer Linksintellektueller) "Die hellen und festlichen Farbtöne, mit denen die DDR ihr Land im Ausland malt, werden auf die Dauer erfolgreicher sein als die düstere Götterdämmerungspalette der Goethe-Institute !" (ein bundesdeutscher Ministerpräsident). "Schön, daß Sie als Afro-Ethnologe nach Bahia gekommen sind ! Wir werden einen vollen Saal haben und anschließend bestimmt eine sehr lebhafte Diskussion !" "Oh, bitte nicht! Mit der afro-brasilianischen Kultur habe ich mich bisher noch nicht befassen können." (ein deutscher Akademiker). "Ich bin da in einem Ihrer Räume auf eine Studiengruppe für afro-baianische Kultur gestoßen. Das sind ja ausgemachte Marxisten ! Sorgen Sie dafür, daß die aus unserem Institut sofort verschwinden !"(ein leitender Angestellter des Goethe-Instituts München). "Diese Aneignung unseres Genossen Brecht durch das imperialistische westdeutsche Kulturinstitut werden wir nicht dulden !" (DDR-Freundschaftsgesellschaft in Calcutta). "Theatermachen bedeutet für diese jungen bengalischen Schauspieler nicht Flucht vor der Scheiße, vor dem Grauen in wenige bessere Stunden, sondern politisch-utopische Arbeit...." "Und Ihre ŽAntigoneŽ ist progressiv getünchter kulturimperialistischer Verrrat ! (ein deutscher Theaterregisseur und sein indischer Theaterkritiker). "Habt acht ! Diese westliche Bourgeoisie untergräbt mit ihrer Literatur, ihrem Theater, ihren Filmen die Moral und die Kultur unseres bengalischen Volkes !" (ein indischer Regierungsaufruf gegen die Goethe-Institute). "Jetzt halten Sie aber mal die Luft an ! Mit Ihren Programmen haben Sie schon genug Wind gemacht.Künftig etwas leiser treten, darf ich bitten !" "Jawoll, Herr General-Konsul !" (eine bundesdeutsche Obrigkeit in Calcutta). "Die ausgeführten Erfahrungen mögen zeigen, daß jenseits der Sprachvermittlung vor allem möglichst intensive kooperativ-prozessuale inter- und trans-kulturelle Arbeits-formen auf direktere Weise Verstehen und Verständigung ermöglichen und fördern, wie etwa gemeinsame Themenbewältigungen, Theater- oder Tanzinszenierungen, Film- und Medienprojekte etc.. In solchen Unternehmungen kann das Eigene und das Andere erkennbarer produktiv zueinander finden und lernen, sich in wechselseitigem Begreifen gegenseitig zu achten und zu schätzen. Dann würde sich eine "intellektuelle Unter-entwicklung", vor der einst Heiner Müller warnte, nur noch in Fällen von Selbst-überschätzungen oder Fremdunterschätzungen entlarven, also letztlich in einem fehlenden "willing suspension of disbelief", einem Mangel an unvoreingenommener Verstehensbereitschaft." Kommentar: Die FREMGÄNGE von Roland Schaffner habe ich mit Neugier und zuneh-mendem Vergnügen gelesen, richtiger wäre vielleicht mit ŽFaszinationŽ. Diese Schrift beleuchtet eindrücklich einen Ausschnitt praktischer auswärtiger Kulturpolitik, der auch für zukünftige Generationen eine anregende Lektüre sein könnte. Kantigkeit der Wertungen und Einschätzungen ist ein durchgängiges Merkmal dieser Ausführungen und machen ihren besonderen Reiz aus. Daß die Erfah-rungen und Einsichten fast durchgängig mit Texten von Gastlandautoren unterlegt bzw. zum Ausdruck gebracht werden, ist ein sehr belebendes und zugleich verdeutlichendes Element der Darstellung, Ergebnis einer sehr wirkungsvollen Recherche-Arbeit. Erfrischend ist die über die ganze Strecke durchgehaltene und immer wieder durchscheinende politische Grundhaltung. Die Einsicht in die unerträglichen Problemlagen ist eine Seite und die Erkenntnis in die Lösungsmöglichkeiten ist die andere, aber schwierigere. Die Künste müssen diese Fragen nicht lösen. Aber sie leisten einen wesentlichen Beitrag, wenn sie den Finger in die Wunde legen. Dies scheint ja auch - mit Recht - diese Arbeit immer wieder motiviert zu haben." Dr. Horst Harnischfeger, 1976-1996 Generalsekretär des Goethe-Instituts München.

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Denkwürdige transkulturelle Fremdgänge
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"Denkwürdige transkulturelle Fremdgänge" zieht kaleidoskopisch eine kriti-sche Summe aus inter- und transkulturellen Begegnungen und realisierten Projekten in Brasilien, Indien und Deutschland zwischen 1966 und 1999. Der Autor evaluiert Erfahrungen in den Bereichen Theater, Film, Musik und Kunst wie auch in kulturpolitischen Seminaren und Kolloquien und zeigt Möglichkeiten und Schwierigkeiten auf, Kulturprojekte in Solidarität und wechselseitiger Achtung zwischen Künstlern und Intellektuellen unterschied-licher Kulturen produktiv und kreativ zu realisieren. Ausgewählte Modelle solcher Projekte werden in ihren Verwirklichungs-prozessen dargestellt. In den politischen Konstellationen jener Jahre - eine Militärdiktatur in Brasilein, eine kommunistische Regierung in Indien, eine sich herausbildende Demokratie in Deutschland - erweist Kulturarbeit ihre reflektive, widerständige und kritische Kraft, herausgefordert durch konser-vative Schranken und politische Beschränkungen. Es galt autonome Räume und Bedingungen kulturellen Schaffens aufrechtzuerhalten oder herzustellen und die Freiheit des Ausdrucks angesichts repressiver Verhältnisse, institu-tioneller Interventionen und politischer Verfolgung zu gewährleisten. Die ausgeführten Erfahrungen werden collageartig konfrontiert mit Zitaten aus Kritiken, Literatur und Dokumenten, um den kulturellen, sozialen und politischen Kontext wie auch die Rezeption und den Widerhall in den jewei-ligen Gesellschaften zu verdeutlichen. Einige wenige aus diesem Buch herausgegriffene Äußerungen mögen die Umfelder der dargestellten Kulturarbeit andeuten: "Die Programmplanung der Goethe-Institute ist so rechtzeitig zur Erörterung zu stellen, daß die Auslandsvertretung dazu Stellung nehmen und das Programm gegebenenfalls noch geändert werden kann." (Erlaß des Auswärtigen Amtes der BRD). "Je stärker unsere wirtschaftliche Aktivität nach außen als wirtschaftliche Macht em-pfunden wird, desto bedeutsamer ist kulturpolitische Aktivität als Ausgleich und Gegenwirkung !" (ein Kulturausschuß der deutschen Wirtschaft). "Ist der Žhäßliche DeutscheŽ nicht für ewig das Zielobjekt dieser Pseudo-Intellektuellen, wie dem Herrn Beuys, diesem führenden Fettkünstler moderner Scharlatanerie, diesem Jürgen Habermas, diesem Wegbereiter der linken Kulturrevolution, diesem durch seine Terrorsympathie bekannten Filmregisseur Volker Schlöndorff, diesem Grass mit seinen antideutschen Hetzreden, diesem SPD-Agitator Klaus Staeck mit seinen die Hetzplakate im "Stürmer"-Stil...?"(ein deutsches Magazin über Kulturprogramme der Goethe-Institute). "Dieses pornografische Tanztheater der Pina Bausch verdirbt unsere bengalische Jugend! Bringen Sie uns doch volksnahe Kultur, wie die Sowjetunion, Nordkorea, die Deutsche Demokratische Republik !" (ein indischer Kultusminister). "Ein deutscher Regisseur, ein griechischer Klassiker, bengalische Schauspieler..., ja sagen Sie mal, wo bleibt denn da die deutsche Schauspielkunst ?" (ein bundesdeutscher Kultur-freund auf Indienreise). "Wozu ausländische Experten ? Wir verfügen bereits über genügend Erfahrung, um uns über das Entsenden von Kapital, Ausrüstung und Batallionen hochbezahlter Experten ein Urteil bilden zu können." (ein brasilianischer Bischof). "Wir fordern Sie hiermit auf, diese subversiven Elemente aus Ihrem Institut und aus Ihren Veranstaltungen zu entfernen ! Bewahren Sie uns vor der Not eingreifen zu müssen, das liegt doch auch im Interesse Ihrer Regierung !"(ein Dienststellenleiter der brasilianischen Bundespolizei). "Du kannst ja hier mit uns noch so viel antifaschistische Programme machen, das nehmen wir Dir im Grunde nicht ab. Ihr Deutschen werdet doch als Nazis geboren !" (ein brasilia-nischer Linksintellektueller) "Die hellen und festlichen Farbtöne, mit denen die DDR ihr Land im Ausland malt, werden auf die Dauer erfolgreicher sein als die düstere Götterdämmerungspalette der Goethe-Institute !" (ein bundesdeutscher Ministerpräsident). "Schön, daß Sie als Afro-Ethnologe nach Bahia gekommen sind ! Wir werden einen vollen Saal haben und anschließend bestimmt eine sehr lebhafte Diskussion !" "Oh, bitte nicht! Mit der afro-brasilianischen Kultur habe ich mich bisher noch nicht befassen können." (ein deutscher Akademiker). "Ich bin da in einem Ihrer Räume auf eine Studiengruppe für afro-baianische Kultur gestoßen. Das sind ja ausgemachte Marxisten ! Sorgen Sie dafür, daß die aus unserem Institut sofort verschwinden !"(ein leitender Angestellter des Goethe-Instituts München). "Diese Aneignung unseres Genossen Brecht durch das imperialistische westdeutsche Kulturinstitut werden wir nicht dulden !" (DDR-Freundschaftsgesellschaft in Calcutta). "Theatermachen bedeutet für diese jungen bengalischen Schauspieler nicht Flucht vor der Scheiße, vor dem Grauen in wenige bessere Stunden, sondern politisch-utopische Arbeit...." "Und Ihre ŽAntigoneŽ ist progressiv getünchter kulturimperialistischer Verrrat ! (ein deutscher Theaterregisseur und sein indischer Theaterkritiker). "Habt acht ! Diese westliche Bourgeoisie untergräbt mit ihrer Literatur, ihrem Theater, ihren Filmen die Moral und die Kultur unseres bengalischen Volkes !" (ein indischer Regierungsaufruf gegen die Goethe-Institute). "Jetzt halten Sie aber mal die Luft an ! Mit Ihren Programmen haben Sie schon genug Wind gemacht.Künftig etwas leiser treten, darf ich bitten !" "Jawoll, Herr General-Konsul !" (eine bundesdeutsche Obrigkeit in Calcutta). "Die ausgeführten Erfahrungen mögen zeigen, daß jenseits der Sprachvermittlung vor allem möglichst intensive kooperativ-prozessuale inter- und trans-kulturelle Arbeits-formen auf direktere Weise Verstehen und Verständigung ermöglichen und fördern, wie etwa gemeinsame Themenbewältigungen, Theater- oder Tanzinszenierungen, Film- und Medienprojekte etc.. In solchen Unternehmungen kann das Eigene und das Andere erkennbarer produktiv zueinander finden und lernen, sich in wechselseitigem Begreifen gegenseitig zu achten und zu schätzen. Dann würde sich eine "intellektuelle Unter-entwicklung", vor der einst Heiner Müller warnte, nur noch in Fällen von Selbst-überschätzungen oder Fremdunterschätzungen entlarven, also letztlich in einem fehlenden "willing suspension of disbelief", einem Mangel an unvoreingenommener Verstehensbereitschaft." Kommentar: Die FREMGÄNGE von Roland Schaffner habe ich mit Neugier und zuneh-mendem Vergnügen gelesen, richtiger wäre vielleicht mit ŽFaszinationŽ. Diese Schrift beleuchtet eindrücklich einen Ausschnitt praktischer auswärtiger Kulturpolitik, der auch für zukünftige Generationen eine anregende Lektüre sein könnte. Kantigkeit der Wertungen und Einschätzungen ist ein durchgängiges Merkmal dieser Ausführungen und machen ihren besonderen Reiz aus. Daß die Erfah-rungen und Einsichten fast durchgängig mit Texten von Gastlandautoren unterlegt bzw. zum Ausdruck gebracht werden, ist ein sehr belebendes und zugleich verdeutlichendes Element der Darstellung, Ergebnis einer sehr wirkungsvollen Recherche-Arbeit. Erfrischend ist die über die ganze Strecke durchgehaltene und immer wieder durchscheinende politische Grundhaltung. Die Einsicht in die unerträglichen Problemlagen ist eine Seite und die Erkenntnis in die Lösungsmöglichkeiten ist die andere, aber schwierigere. Die Künste müssen diese Fragen nicht lösen. Aber sie leisten einen wesentlichen Beitrag, wenn sie den Finger in die Wunde legen. Dies scheint ja auch - mit Recht - diese Arbeit immer wieder motiviert zu haben." Dr. Horst Harnischfeger, 1976-1996 Generalsekretär des Goethe-Instituts München.

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Stand: 06.08.2020
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Denkwürdige transkulturelle Fremdgänge
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"Denkwürdige transkulturelle Fremdgänge" zieht kaleidoskopisch eine kriti-sche Summe aus inter- und transkulturellen Begegnungen und realisierten Projekten in Brasilien, Indien und Deutschland zwischen 1966 und 1999. Der Autor evaluiert Erfahrungen in den Bereichen Theater, Film, Musik und Kunst wie auch in kulturpolitischen Seminaren und Kolloquien und zeigt Möglichkeiten und Schwierigkeiten auf, Kulturprojekte in Solidarität und wechselseitiger Achtung zwischen Künstlern und Intellektuellen unterschied-licher Kulturen produktiv und kreativ zu realisieren.Ausgewählte Modelle solcher Projekte werden in ihren Verwirklichungs-prozessen dargestellt. In den politischen Konstellationen jener Jahre – eine Militärdiktatur in Brasilein, eine kommunistische Regierung in Indien, eine sich herausbildende Demokratie in Deutschland – erweist Kulturarbeit ihre reflektive, widerständige und kritische Kraft, herausgefordert durch konser-vative Schranken und politische Beschränkungen. Es galt autonome Räume und Bedingungen kulturellen Schaffens aufrechtzuerhalten oder herzustellen und die Freiheit des Ausdrucks angesichts repressiver Verhältnisse, institu-tioneller Interventionen und politischer Verfolgung zu gewährleisten.Die ausgeführten Erfahrungen werden collageartig konfrontiert mit Zitaten aus Kritiken, Literatur und Dokumenten, um den kulturellen, sozialen und politischen Kontext wie auch die Rezeption und den Widerhall in den jewei-ligen Gesellschaften zu verdeutlichen. Einige wenige aus diesem Buch herausgegriffene Äußerungen mögen die Umfelder der dargestellten Kulturarbeit andeuten: "Die Programmplanung der Goethe-Institute ist so rechtzeitig zur Erörterung zu stellen, daß die Auslandsvertretung dazu Stellung nehmen und das Programm gegebenenfalls noch geändert werden kann." (Erlaß des Auswärtigen Amtes der BRD)."Je stärker unsere wirtschaftliche Aktivität nach außen als wirtschaftliche Macht em-pfunden wird, desto bedeutsamer ist kulturpolitische Aktivität als Ausgleich und Gegenwirkung !" (ein Kulturausschuß der deutschen Wirtschaft)."Ist der ´häßliche Deutsche´ nicht für ewig das Zielobjekt dieser Pseudo-Intellektuellen, wie dem Herrn Beuys, diesem führenden Fettkünstler moderner Scharlatanerie, diesem Jürgen Habermas, diesem Wegbereiter der linken Kulturrevolution, diesem durch seine Terrorsympathie bekannten Filmregisseur Volker Schlöndorff, diesem Grass mit seinen antideutschen Hetzreden, diesem SPD-Agitator Klaus Staeck mit seinen die Hetzplakate im „Stürmer“-Stil.?"(ein deutsches Magazin über Kulturprogramme der Goethe-Institute)."Dieses pornografische Tanztheater der Pina Bausch verdirbt unsere bengalische Jugend! Bringen Sie uns doch volksnahe Kultur, wie die Sowjetunion, Nordkorea, die Deutsche Demokratische Republik !" (ein indischer Kultusminister)."Ein deutscher Regisseur, ein griechischer Klassiker, bengalische Schauspieler., ja sagen Sie mal, wo bleibt denn da die deutsche Schauspielkunst ?" (ein bundesdeutscher Kultur-freund auf Indienreise)."Wozu ausländische Experten ? Wir verfügen bereits über genügend Erfahrung, um uns über das Entsenden von Kapital, Ausrüstung und Batallionen hochbezahlter Experten ein Urteil bilden zu können." (ein brasilianischer Bischof)."Wir fordern Sie hiermit auf, diese subversiven Elemente aus Ihrem Institut und aus Ihren Veranstaltungen zu entfernen ! Bewahren Sie uns vor der Not eingreifen zu müssen, das liegt doch auch im Interesse Ihrer Regierung !"(ein Dienststellenleiter der brasilianischen Bundespolizei)."Du kannst ja hier mit uns noch so viel antifaschistische Programme machen, das nehmen wir Dir im Grunde nicht ab. Ihr Deutschen werdet doch als Nazis geboren !" (ein brasilia-nischer Linksintellektueller)"Die hellen und festlichen Farbtöne, mit denen die DDR ihr Land im Ausland malt, werden auf die Dauer erfolgreicher sein als die düstere Götterdämmerungspalette der Goethe-Institute !" (ein bundesdeutscher Ministerpräsident)."Schön, daß Sie als Afro-Ethnologe nach Bahia gekommen sind ! Wir werden einen vollen Saal haben und anschließend bestimmt eine sehr lebhafte Diskussion !" "Oh, bitte nicht! Mit der afro-brasilianischen Kultur habe ich mich bisher noch nicht befassen können."(ein deutscher Akademiker). "Ich bin da in einem Ihrer Räume auf eine Studiengruppe für afro-baianische Kultur gestoßen. Das sind ja ausgemachte Marxisten ! Sorgen Sie dafür, daß die aus unserem Institut sofort verschwinden !"(ein leitender Angestellter des Goethe-Instituts München)."Diese Aneignung unseres Genossen Brecht durch das imperialistische westdeutsche Kulturinstitut werden wir nicht dulden !" (DDR-Freundschaftsgesellschaft in Calcutta)."Theatermachen bedeutet für diese jungen bengalischen Schauspieler nicht Flucht vor der Scheiße, vor dem Grauen in wenige bessere Stunden, sondern politisch-utopische Arbeit." "Und Ihre ´Antigone´ ist progressiv getünchter kulturimperialistischer Verrrat ! (ein deutscher Theaterregisseur und sein indischer Theaterkritiker). "Habt acht ! Diese westliche Bourgeoisie untergräbt mit ihrer Literatur, ihrem Theater, ihren Filmen die Moral und die Kultur unseres bengalischen Volkes !" (ein indischer Regierungsaufruf gegen die Goethe-Institute)."Jetzt halten Sie aber mal die Luft an ! Mit Ihren Programmen haben Sie schon genug Wind gemacht.Künftig etwas leiser treten, darf ich bitten !" "Jawoll, Herr General-Konsul !" (eine bundesdeutsche Obrigkeit in Calcutta)."Die ausgeführten Erfahrungen mögen zeigen, daß jenseits der Sprachvermittlung vor allem möglichst intensive kooperativ-prozessuale inter- und trans-kulturelle Arbeits-formen auf direktere Weise Verstehen und Verständigung ermöglichen und fördern, wie etwa gemeinsame Themenbewältigungen, Theater- oder Tanzinszenierungen, Film- und Medienprojekte etc. In solchen Unternehmungen kann das Eigene und das Andere erkennbarer produktiv zueinander finden und lernen, sich in wechselseitigem Begreifen gegenseitig zu achten und zu schätzen. Dann würde sich eine „intellektuelle Unter-entwicklung“, vor der einst Heiner Müller warnte, nur noch in Fällen von Selbst-überschätzungen oder Fremdunterschätzungen entlarven, also letztlich in einem fehlenden „willing suspension of disbelief“, einem Mangel an unvoreingenommener Verstehensbereitschaft."Kommentar: Die FREMGÄNGE von Roland Schaffner habe ich mit Neugier und zuneh-mendem Vergnügen gelesen, richtiger wäre vielleicht mit ´Faszination´. Diese Schrift beleuchtet eindrücklich einen Ausschnitt praktischer auswärtiger Kulturpolitik, der auch für zukünftige Generationen eine anregende Lektüre sein könnte. Kantigkeit der Wertungen und Einschätzungen ist ein durchgängiges Merkmal dieser Ausführungen und machen ihren besonderen Reiz aus. Daß die Erfah-rungen und Einsichten fast durchgängig mit Texten von Gastlandautoren unterlegt bzw. zum Ausdruck gebracht werden, ist ein sehr belebendes und zugleich verdeutlichendes Element der Darstellung, Ergebnis einer sehr wirkungsvollen Recherche-Arbeit.Erfrischend ist die über die ganze Strecke durchgehaltene und immer wieder durchscheinende politische Grundhaltung. Die Einsicht in die unerträglichen Problemlagen ist eine Seite und die Erkenntnis in die Lösungsmöglichkeiten ist die andere, aber schwierigere. Die Künste müssen diese Fragen nicht lösen. Aber sie leisten einen wesentlichen Beitrag, wenn sie den Finger in die Wunde legen. Dies scheint ja auch – mit Recht – diese Arbeit immer wieder motiviert zu haben.“ Dr. Horst Harnischfeger, 1976-1996 Generalsekretär des Goethe-Instituts München.

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Ein Schotte auf Reisen
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„Als Kind hatte man zwei Möglichkeiten, aus dem Arbeitermilieu herauszukommen: Entweder man wurde Erfinder oder Musiker. Ich entschied mich für Letzeres und kam so um die ganze Welt.”Humorvolle Reiseerlebnisse von Bob Ross - einem der berühmtesten schottischen Musiker und Weltenbummler (kurz nach Gulliver!)Es war einmal ein kleines Dorf an der schottischen Küste namens Kirkcaldy. Von dort machte sich der Sohn eines Linoleumwerkarbeiters auf den Weg in die große weite Welt ... Was wie ein Märchen klingt, ist die Lebensgeschichte des Hornisten, Dirigenten und Entertainers Bob Ross. Und sie ist nicht einmal erfunden!Tatsächlich verließ der kleine Schotte schon als Teenager seinen Heimatort und zog nach Glasgow, um klassisches Horn zu studieren. Kurze Zeit später landete er in Deutschland und gelangte über Wiesbaden und Essen an die Isar zu den Münchner Philharmonikern. Doch jetzt ging die Reise erst richtig los - mit dem Orchester: von Indien bis Chile, von Taiwan bis in die ehemalige DDR - Bob Ross fuhr um den gesamten Globus.Während dieser Reisen begegnete er berühmten und berüchtigten Persönlichkeiten wie Count Basie, Howard Carpendale, Ronnie Biggs oder George Bush, er erlebte lustige und gefährliche Abenteuer und fand sich nicht selten in bedeutenden Ereignissen der Weltgeschichte wieder. Dabei ermöglichten ihm seine Musik und sein schottischer Humor immer einen besonderen Zugang zu den Menschen und ihren Geschichten.

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Stand: 06.08.2020
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Musik im Spiel. Sechs Radiotexte
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Im Umfeld meines 70. Geburtstages wurde wiederholt der Wunsch geäußert, ich solle einige frühere Arbeiten publizieren, die noch nicht gedruckt vorliegen. Da meine ersten literarischen Veröffentlichungen Hörspiele waren, fiel die Wahl auf die funkdramatischen Texte. Während meiner Zeit als Musikredakteur im Berliner Kultur- und Bildungsprogramm Radio DDR II entwickelte sich eine enge Beziehung zur Hörspielabteilung des DDR-Rundfunks. Dadurch wurden die Jahre 1975 bis 1985, in denen die meisten hier abgedruckten Stücke entstanden, meine Lehrjahre als Autor, nicht zuletzt deshalb, weil ich 1979/80 ein Zusatzstudium am Leipziger Literatur-Institut absolvierte. So ist das Bändchen mit Radiotexten eine konkrete Bilanz dieser Lehrzeit und ergänzt die Anthologie „Ein unsichtbares Feuer" (2007, Trafo Berlin), in der „vermischte Texte" aus vier Jahrzehnten vereint sind. Die vorliegende Sammlung enthält fünf Hörspiele und ein Feature. Diese in verschiedenen Epochen spielenden Radiotexte beschäftigen sich mit herausragenden Musikern und deren Beziehung zum jeweiligen Zeitgeschehen. Die Musik war bei meinen literarischen Arbeiten von Anfang an ein bevorzugtes Thema. Das hängt damit zusammen, daß ich mich schon früh für ein Musikstudium und damit für einen Beruf mit musikalischer Ausrichtung entschied. Ich schrieb in der Studienzeit sowie während der Tätigkeit als Orchestermusiker und als Rundfunk-Journalist überwiegend autobiografische Texte. Hierbei strebte ich aber keine Veröffentlichung in der DDR an, weil ich langwierige ideologische Auseinandersetzungen erwartete, die mir unproduktiv oder gar gefährlich erschienen. Deshalb veröffentlichte ich solche Texte zumeist Jahrzehnte später. Doch durch den Kontakt mit Kollegen vom relativ liberalen Hörspiel eröffneten sich mir schon Mitte der 70er Jahre andere Möglichkeiten. Denn ich konnte hier einige der mir wichtigen Anliegen in historischer Gestalt vorbringen, wofür die Musik, mein Fachgebiet, reichlich Gelegenheit bot. So betrat ich 1975 mit dem Mozart-Hörspiel „Ohne das ist keine Kunst" erstmals die offizielle Bühne der Literatur. Nach dem Gegenwarts-Dialog „Die Schwester" von 1977 (in „Ein unsichtbares Feuer") folgten zwei Stücke, in denen es wieder um berühmte Komponisten ging, die Hörspiele „Winterreise" (1978) zu Schubert und „Windstille oder Triumph von Zeit und Wahrheit" (1981) zu Händel. Auch die nächsten Arbeiten für den Hörfunk hatten Bezug zur musikhistorischen Thematik. Das Hörspiel „Ein Bild machen" (1978), ein Stoff zur aktuellen Künstlerproblematik in der DDR, ist zugleich eine Hommage an den Sänger Paul Robeson. Dagegen spielt das Antikriegsstück „Fantastische Sinfonie", frei nach Arnold Zweigs Novelle „Symphonie Fantastique", im Zweiten Weltkrieg, schildert aber in der zweiten Ebene die fantastische Begegnung des fiktiven Helden Harold Breton mit dem großen französischen Komponisten Hector Berlioz.Es könnte der Eindruck entstehen, bei diesen Hörstücken handle es sich um primär musikhistorische Stoffe. Obwohl die Handlung in früheren Jahrhunderten spielt, ging es mir aber immer vorrangig um die Stellung des Künstlers in der Gesellschaft, insbesondere in der DDR-Gesellschaft. Das Thema Musik bildete dabei nur den Rahmen des Geschehens. Im eigentlichen Zentrum stand der Konflikt zwischen Anpassung und Widerständigkeit bei jeder künstlerischen Tätigkeit. Nicht zufällig berühren die hier vorgelegten Hörspieltexte sowohl Fragen der Meinungs- und Handlungsfreiheit als auch solche der sozialen Stellung des jeweiligen Komponisten, zwei Problemfelder, die für mich in unlösbarem Zusammenhang stehen. War, wie bei Schubert oder Mozart, die Meinungsfreiheit weitgehend gewährleistet, überschritt die soziale Situation oft das Maß des Unerträglichen. War die soziale Lage des Künstlers dagegen weitgehend gesichert, wie in der DDR, überschattete das Problem der Gedankenfreiheit alle anderen Lebensbereiche. Dieser Konflikt wird besonders in dem Hörspiel „Ein Bild machen" am Beispiel eines Malers und seines Auftragswerks exemplarisch beleuchtet.Der Bereich der Funkdramatik nahm in der Literaturszene der DDR eine Sonderstellung ein. Weil Hörspiele und Features im allgemeinen relativ geringe Aufmerksamkeit finden, unterlagen sie im östlichen Deutschland auch in geringerem Maß der staatlichen Kontrolle. Im lichtlosen Raum der Funkdramatik konnte vielfach ausgesprochen werden, was in anderen Künsten tabuisiert war oder zumindest bedenklich erschien. Die Grenzen der Bevormundung verliefen anders als in der Belletristik oder beim Film. Experimente waren in Maßen willkommen. Aus diesem Grund sahen sich kritische Autoren dazu verpflichtet, vorhandene Freiräume auszuloten und gegen die gängige Praxis politischer Einflußnahme anzuschreiben.Wie in allen Literaturepochen wurden auch in der DDR-Zeit aktuelle Konflikte in verfremdeter Form vorgeführt. Entsprechend war die Thematik des künstlerischen Erbes in dem untergegangenen deutschen Staat nur bedingt historisches Terrain. Durch die fünf Hörspiele dieser Sammlung zieht sich wie ein roter Faden die Frage, die mich selbst immer wieder beschäftigte: Wie kann es gelingen, daß künstlerische Arbeit öffentlich gefördert wird, ohne dadurch fremder Gängelung ausgesetzt zu sein? Aus meiner Sicht bestand dieses Problem nach der Wende von 1989/90 weiter, lediglich unter anderen Prämissen. Während es in der ersten Euphorie so schien, als herrsche unbegrenzte Meinungsfreiheit, so folgte die Förderung doch häufig ideologischen Aspekten. Schon in den Anfangsjahren des vereinten Deutschland rutschte ostwärts die soziale Sicherheit der Künstler in den Keller. Der Markt schwang mehr oder weniger ungebremst die Keule. Es kehrten Zustände zurück, die deutlich an vorbürgerliche Strukturen erinnerten. Die in meinen Radiotexten spielerisch vorgeführte Situation von Mozart und Schubert wurde wieder erstaunlich aktuell. Einige Zuhörer hielten im Jahr 1992 mein Mozart-Hörspiel von 1975 für eine brandneue Produktion. Auch zwanzig Jahre später bleibt der alte Konflikt weitgehend präsent und harrt einer Lösung.Der lebendige Kreislauf von künstlerischer Produktion und Rezeption braucht, nicht zuletzt im Hörspiel, ein aktives, waches Publikum. Das gilt besonders auch für historische Stoffe. In der DDR wurden beziehungsreiche Anspielungen und aktuelle politische Bezüge von den Hörern stets erwartet, mühelos erkannt und mit stiller oder auch lauter Freude aufgenommen. Dennoch sah ich es zugleich als wesentliche Aufgabe historisch-biografischer Hörspiele, ein Bild zu vermitteln, das ohne ideologische Vorgaben auskam und die vorgestanzte Sprache öffentlicher Verlautbarungen vermied. Ich bemühte mich um Lebensentwürfe, die anders waren als das normierte Menschenbild einer großräumig geplanten sozialistischen Gesellschaft. Selbstverständlich war es auch mein Ziel, von dem jeweils dargestellten Künstler ein fesselndes, fantasievolles Porträt zu entwerfen.In der Funkdramatik der DDR herrschte die sogenannte Entwicklungsdramaturgie vor. Der Autor bot in der Regel ein Exposé an und damit einen Stoff, der gemeinsam mit dem Dramaturgen entwickelt wurde. Dadurch bestand bereits in einem frühen Stadium der Kontakt zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer sowie den Produzenten des Endprodukts. Ein Vorteil dieser Praxis war es, daß echte Teamarbeit entstehen konnte, im günstigen Fall nicht nur zwischen Autor und Dramaturg, sondern auch mit Regisseur, Komponist und wichtigen Darstellern. Die Entwicklungsdramaturgie begünstigte jedoch auch Kontrolle und Kritik, weit über berechtigte Einwände hinaus. Das hohe Maß an direkter Einflußmöglichkeit durch die Leitung der Abteilung Funkdramatik des DDR-Rundfunks und durch übergeordnete Stellen schränkte die unbestreitbaren Vorteile deutlich ein. Bei der beschriebenen Konstellation kam im Funk den Dramaturgen eine wichtige Rolle zu. Sie waren häufig eine Art Anwalt des Autors. Allerdings blieb ihr Spielraum in prinzipiellen Fragen letztlich begrenzt. Ich verdanke Dramaturgen wie Hans Bräunlich oder Elisabeth Panknin wichtige Anregungen und konstruktive Unterstützung. Die Diskussion, ja zuweilen das Streitgespräch waren produktive Elemente bei der Entstehung jedes einzelnen Textes, sei es bei „Ohne das ist keine Kunst", „Winterreise" und „Ein Bild machen" oder bei der Adaption „Fantastische Sinfonie".Die ohnehin intensive Kooperation mit Hans Bräunlich nahm in einem Fall den Charakter einer Ko-Autorschaft an. Bei dem Händel-Hörspiel „Windstille oder Triumph von Zeit und Wahrheit" stagnierte an einem bestimmten Punkt die Arbeit, und es wollte nicht mehr vorwärts gehen. Nach mehreren Anläufen legte ich im Mai 1981 endlich eine Fassung vor, die mir tragfähig erschien. Diese Urfassung kam meinen Vorstellungen sehr nahe, wofür auch der Vergleich mit der Erzählung „Auf Leben und Tod" in meinem Händelbuch spricht. Diese erste Version wurde jedoch von den anderen Beteiligten abgelehnt. Eine Überarbeitung meinerseits hielt man für aussichtslos. So schien es, als müsse der Stoff trotz aller Bemühungen aufgegeben werden. Als einzig gangbare Alternative wurde eine engere Kooperation mit dem Dramaturgen vorgeschlagen, weshalb ich der gleichberechtigten Zusammenarbeit mit Hans Bräunlich als Ko-Autor zustimmte. Daraufhin entstand auf der Basis der erwähnten Urfassung in zähem Ringen im April 1982 das endgültige Manuskript des Hörspiels. Diese Fassung wurde dann von Fritz Göhler inszeniert, u.a. mit den Schauspielern Wolfgang Heinz und Horst Hiemer. Nach erfolgreicher Ursendung wurden dann Bräunlich/Sailer von einer unabhängigen Kritiker-Jury gemeinsam der Hörspielpreis des Jahres 1984 zugesprochen. Der Text der Sendefassung erschien in der Hörspiel-Anthologie „Kein Wort von Einsamkeit" (1984, Henschel Berlin) in gedruckter Form.Bei der Sichtung meiner Manuskripte für das vorliegende Projekt verglich ich die Urfassung mit der realisierten Endfassung und kam dabei, mit dem Abstand von drei Jahrzehnten, zu einem überraschenden Ergebnis. Ich empfand, daß die Urfassung vom Mai 1981 weit mehr meinen Intentionen entsprach als die Sendefassung. Ich sah mich darin bestätigt, daß die erste Version meinen ursprünglichen Vorstellungen am nächsten kam. Deshalb entschied ich mich dafür, dieser Urfassung hier den Vorzug zu geben. Da somit beide Text-Fassungen im Druck vorliegen, kann der interessierte Leser Vergleiche ziehen und sich selbst ein Urteil bilden.Neben Fritz Göhler, unter dessen Regie die meisten der hier vorgestellten Hörspiele realisiert wurden, haben auch einige Komponisten an der Umsetzung der Texte maßgeblichen Anteil. So hat Georg Katzer in „Ohne das ist keine Kunst" Zitate aus Mozarts letzten drei Sinfonien und seinem letzten Divertimento meisterhaft elektronisch behandelt und die Musik damit quasi neu erlebbar gemacht. Friedrich Goldmann schrieb sensible instrumentale Miniaturen für das Hörspiel „Winterreise", wobei er kurze Passagen aus Schuberts Liederzyklus kongenial verarbeitete. Jan Bilk entwarf für das Hörspiel „Fantastische Sinfonie" eine eigene Musikkonzeption. Er erreichte mit Hilfe von elektronischen Mitteln und fantasievoller Improvisation auf dem Synthesizer eine bemerkenswerte Verfremdung des Originals von Berlioz. Natürlich erhielten die Hörspieltexte durch hervorragende Sprecherleistungen ihre entscheidende Prägung. Stellvertretend sei hier der Wiener Schauspieler Hermann Schmid genannt, der die Rollen von Mozart und Schubert eindrucksvoll gestaltet hat.Nach den Hörspielen noch ein Wort zum letzten Text, der formal aus der Reihe fällt. Der Originaltonbericht „Ein Erbe in zwei Händen" ist dem Erneuerer der evangelischen Kirchenmusik Hugo Distler (1908 – 1942) gewidmet. Trotz des Unterschieds zu den fiktionalen Texten beschäftigt sich dieses Hörstück wiederum mit der Rolle des Künstlers in der Gesellschaft. Hauptthema ist hier der Konflikt mit der Nazi-Diktatur. Ich stieß auf die bittere Lebensgeschichte Distlers, als ich einige Zeit in Strausberg nahe Berlin wohnte, wo der Komponist die letzten Jahre gelebt hat. Sein tragisches Ende habe ich später in dem Buch „Hugo Distler in Strausberg" (Trafo 2008) nachgezeichnet. Zu dem dokumentarischen Ansatz kommt in diesem Hörstück eine zweite Schicht, nämlich die unterschiedliche Rezeption von Kunstwerken in beiden deutschen Staaten während der Teilung, vorgeführt am Beispiel von Distlers Schaffen. Für die in der Nachwendezeit besonders aktuellen Themen, den verschiedenen Umgang mit den Werten des gemeinsamen Erbes sowie den Lasten gemeinsamer Geschichte, verbot sich aus meiner Sicht die Form des Hörspiels. Denn Autor wie Hörer waren Anfang der 90er Jahre diesbezüglich selbst Suchende und Fragende. Es fehlte die Souveränität, ja die Legitimierung gegenüber dem Gegenstand. So sah ich im Feature bzw. in der speziellen Variante des Originaltonberichts die am besten geeignete Form für ein behutsames Herantasten, zumal es galt, das Vorgefundene auf keinen Fall leichtfertig zu bewerten. Die Phase des Zusammenwachsens zweier sozialer Systeme ist nach zwei Jahrzehnten noch nicht abgeschlossen. Deshalb wird dieser O-Ton-Bericht wohl auch bis auf weiteres seine Aktualität behalten.Die Funkdramatik lebt von der kreativen Umsetzung. Das abgeschlossene Produkt ist, streng genommen, ein Hörstück und kein Lesestück. Wenn hier quasi der stille Teil, das verbale Gerüst, in Buchform erscheint, dann deshalb, weil in dieser Form die ursprüngliche Absicht des Autors am deutlichsten dargestellt wird. Außerdem kann der gedruckte Text eine neue Umsetzung anregen. Hinzu kommt das persönliche Anliegen, einige der Arbeiten zu dokumentieren, mit denen meine literarische Biografie in der Öffentlichkeit begann. Somit belegt dieses Bändchen mit Radiotexten den Anfang einer literarischen Entwicklung, bei der immer auch „Musik im Spiel" war.

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Unter dem Himmel Ostberlins, m. DVD
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»Viele glauben, dass das Leben in Ostberlin grau war«, sagt der Finne Juhani Seppovaara. »Aber für mich war es genau das Gegenteil. Es war bunt und interessant.« Seine Eindrücke von zahlreichen Aufenthalten in der Stadt vermittelt er in diesem Buch. Die mal heiteren, mal traurigen, mal skurrilen Geschichten aus demreal existierenden Sozialismus verbinden sich mit Fotos und Arrangements von DDR-Dokumenten zu einem finnischen Ostpaket. Ein eigenwilliger, sympathisch-kritischer Blick auf den DDR-Alltag in den 1980er Jahren.Mit DVD: Eine kurze Geschichte der DDR auf Finnisch, Original-Beiträge aus dem finnischen Fernsehen: Honecker auf der Pirsch,Interviews mit der DDR-Jugend, Musik von »Herbst in Peking« u.v.m.

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Der Atlas der Erinnerung
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Norbert Hummelt erkundet in seinen Erzählungen Landschaften und Orte, literarische und historische Schauplätze. Seine Texte sind eine kostbare Schule der Beiläufigkeit.Das ist wörtlich zu verstehen: Es läuft jemand an etwas vorbei - und findet es merkwürdig. Wichtig ist weniger das Was als das Wann und Wo. Wenn Peter Handke einst auf der Suche nach der "Stunde der wahren Empfindung" war, so beschäftigt sich Hummelt mit dem Ort der nachwirkenden Erfahrung.Wie war das seinerzeit, als halbwüchsiger Westbürger die DDR zu besuchen? Im Gedächtnis blieb die Musik von "Magdeburg" - aber wo ist sie geblieben? Und der große Plattenladen von "Saturn" in Köln - was war dieses einstige Mekka gelebter Musik gegen das öde Schaulager elektronischer Bespaßungsgeräte heutiger Tage? Wie wäre es dagegen, den Dauerlärm des Aktuellen einmal zu verlassen und sich auf die Spuren von Eichendorff in Oberschlesien zu begeben? Und was verbirgt sich eigentlich hinter der Adresse "Blabber 1", an der Günter de Bruyn irgendwo im Brandenburgischen wohnt?Unterwegs zu sein ist für diesen Autor eine Lebens- und Erkenntnisform, wobei es gleichgültig ist, ob er den Orten einstiger Familienausflüge in der Kindheit nachgeht oder durch die Allerweltsstraße flaniert, an der er heute in Berlin wohnt.All dies ist im übrigen keineswegs ein Idylle-Programm, hier ist einer geschichtsbewusst und durchaus kritischen Auges unterwegs. Das Eigenartige aber: In Norbert Hummelts Texten spürt man, dass eigentlich alles interessant und belebend ist - jeder Moment wirklicher Gegenwart und jede merkwürdige Beobachtung, sei sie auch noch so beiläufig.All dies aber vollzieht sich erst in der Sprache - und hier beginnt das große Geheimnis. Das Beglückende: Norbert Hummelt hat ganz daran teil."Die Anhänglichkeit an mein persönliches Eldorado, das zur Verbandsgemeinde Emmelshausen gehört und sich an der Landstraße bis heute mit dem magischen Ortsschild 'Mermuth 1 km' ankündigt, kostete mich in den neunziger Jahren vielleicht eine Reise, die vielen verlockender erscheinen dürfte. Als mich nämlich der Leiter der Berliner Literaturwerkstatt bei einem Bier danach fragte, an welchem Ort in Europa ich jetzt am liebsten sein würde, fiel mir leider nur der Name jenes Dorfes ein, in dem mein Freund Günther, der Dribbelkönig von der Liegewiese, inzwischen Ortsbürgermeister war. Der Literaturmanager konnte damit nichts anfangen, die richtige Antwort wäre Portugal gewesen, denn dorthin fuhr der Literaturexpreß, den er seinerzeit plante."Aus: Meine andere Heimat

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